elf Sup­pen­löf­fel

zwölf Gabeln

elf Messer

sieben Teelöf­fel

zehn Dessert­ga­beln

siebzehn Teller

fünf Schüs­seln

drei Töpfe

zwei Pfan­nen
 

dreiund­vierzig leere Notizhefte

vierzehn vollgeschriebene Notizbücher

drei Füllfed­ern

drei Kästen Pastellkreiden

zwei DIN A1 Zeichenblocks

zu viele Bücher

zu wenige Bücher
 

vier Teekan­nen

sech­sundzwanzig Dosen Tee

sieben Tee­tassen

eine Lieblingstasse
 

einige Gedanken auf zerknit­terten Zetteln

sechs bis sieben Kilo­gramm Elektroschrott

einige Gedanken auf zerknit­terten Zetteln.

Angabe: Wer­fen ist aktiver als Fallen.

Gewor­fen­sein ist ein Zus­tand, der immer­fort zuzu­lassen ist, sich Fal­l­en­lassen ist nur eine moment­lange Entscheidung.

Fallen ist Leben mit dem Geworfenwordensein.

Sichwerfen≠Stürzenwollen

Jede etwaige Kom­bi­na­tion scheint Erfahrenwollen.

Erfahrenkön­nen soll Wahrnehmen­müssen ergeben.

Lösungssatz: Fliegen ist ein per­ma­nentes Nichtlanden.

 

Wer­fen, Fallen, Stürzen: 3 Wahrnehmungsaktezuständeformenexistenzen.

Let­zte Woche sah ich per Zufall die neue Netflix-Adaption von Blame! und fand sie dur­chaus anse­hbar und unter­halt­sam. Eine matrix­eske Dystopie, in welcher der Fehler nicht die Exis­tenz von AI an sich ist, son­dern ein genetis­ches Malus in den verbleiben­den Men­schen. Soweit, sogut.

In den fol­gen­den Tagen blieb mir vor allem ein bes­timmter kleiner Aspekt im Kopf. Die feindlich gesin­nten Maschi­nen, waren den Men­schen nicht auf­grund ihrer Men­schlichkeit ein Dorn im Auge, son­dern vielmehr, weil sie der Durch­führung ihres primären Befehls im Wege standen. Dieser Befehl lautet da, wie so oft: größer, weiter, besser. Ich para­phrasiere. Die Maschi­nen bauen immer­fort an der Stadt weiter, die, wie man annehmen kann, einst als Behausung einer men­schlichen Gesellschaft diente.

Was mir als vorder­gründige Frage überblieb, ist, weshalb dieser Befehl, in seiner unbe­dachten, bedin­gungslosen Form hier und in wahrschein­lich jeder zweiten sci fi-Dystopie auftritt. Und wieso findet sich so diese doch recht unver­hoh­lene Kri­tik am Neolib­er­al­is­mus sich zwar in unseren pop­ulären Fik­tio­nen wieder, diesel­ben Muster aber gesamt­ge­sellschaftlich in Real­ität zu erken­nen, scheint eine nahezu unmögliche Auf­gabe zu sein. Was ich an der Iter­a­tion dieser Trope bei Blame! inter­es­sant fand, ist der Umstand, dass sie die Kap­i­tal­is­muskri­tik am Wun­sch des unbeschränk­ten Wach­s­tums nicht, wie in den meis­ten Fällen — so auch im wohl wei­thin bekan­ntesten, The Matrix — nicht mit einer Tech­nik– und Fortschrit­tangst paart, son­dern das Prob­lem definiert als einen Denk­fehler in der Pro­gram­mierung jener Roboter, die in der aktuellen Gegen­wart Jagd auf jene Stören­friede machen, die ihrer Pro­gram­mierung durch ihre genetis­chen Man­gel­er­schei­n­un­gen und im weitesten Sinne durch ihre sim­ple Exis­tenz im Wege ste­hen. Somit ist es nicht die Tech­nik, die das Böse man­i­festiert, son­dern der unge­bändigte Größen­wahnsinn lang ver­gan­gener Gen­er­a­tio­nen ist es, welche den Pro­tag­o­nis­ten ihr Schick­sal zugeschoben haben.

Aus dem Film geht dies nicht her­vor, aber nach eini­gen ersten Momenten des Recher­chierens (der erste Band der Manga-Reihe ist bere­its auf dem Weg zu einer ver­trauenswürdi­gen Buch­hand­lung in meiner Nähe) scheint es auch nicht das ulti­ma­tive Ziel der ver­schiede­nen Pro­tag­o­nis­ten und Men­schen­grup­pen zu sein, die Maschi­nen auszulöschen, vielmehr sind sie auf der Suche nach einer Möglichkeit ihre genetis­che Zusam­menset­zung zu überkom­men und den fehler­haften Befehl zu kor­rigieren. Ein erfrischen­der Patch, sowohl für die Maschi­nen in der Diegese als auch für das Genre sci fi-Dystopie!

 

Blame! in der IMDB

 

 

28.01.17, 17:47:51: Katka: Sehr wütend für deine Verhältnisse.

28.01.17, 17:49:46: Matthias: Hoff­nung ist (m)eine Trotzhand­lung, ver­dammt nochmal.

28.01.17, 17:50:13: Matthias: Ich glaube auch, dass Hoff­nung für mich ein wüten­des Thema ist.

28.01.17, 17:50:35: Katka: das ist interessant

28.01.17, 17:50:46: Katka: Die meis­ten wären entweder sehr pos­i­tiv gestimmt

28.01.17, 17:50:51: Katka: oder ent­täuscht resig­niert, würde ich mal sagen.

28.01.17, 17:51:01: Katka: Wut ist eine sel­tene Reak­tion auf Hoffnung.

28.01.17, 17:52:27: Matthias: Hoff­nung ist ja auch für mich so eine wider­ständige Haltung.

29.01.17, 17:54:59: Matthias: Eine Geschichte über Hoff­nung als solche zu erzählen,

29.01.17, 17:55:05: Matthias: ist schreck­lich langweilig.

29.01.17, 17:55:18: Matthias: Das inter­essiert doch niemanden.

29.01.17, 17:55:27: Matthias: Hoff­nung kannst du nur reflektieren.

29.01.17, 18:05:42: Katka: Aber Men­schen funk­tion­ieren häu­fig nur auf­grund von Hoffnung.

29.01.17, 18:06:03: Katka: Sie brauchen das damit es ihnen gut geht.

29.01.17, 18:06:17: Matthias: Aber Hoff­nung ist nichts, was man hat oder nicht.

29.01.17, 18:06:33: Matthias: Hoff­nung ist eine Kul­turtech­nik die man anwendet.

 

29.01.17, 18:07:16: Katka: Ich weiß nicht.

29.01.17, 18:07:28: Katka: Man kann die Hoff­nung verlieren.

29.01.17, 18:07:45: Katka: Muss man sie auch irgend­wie mal haben.

29.01.17, 18:08:14: Matthias: Du kannst auch die Fähigkeit, Diskurse zu führen ver­lieren, deswe­gen ist Diskurs keine Eigenschaft.

29.01.17, 18:09:06: Katka: Aber die Fähigkeit muss man auch mal haben.

29.01.17, 18:09:28: Katka: Und man macht sich auch Diskurse zu eigen.

29.01.17, 18:09:34: Matthias: Man muss sie erlernen.

29.01.17, 18:09:36: Katka: Weil man sie bereichert.

29.01.17, 18:09:48: Matthias: Hoff­nung ist eine Meth­ode, kein Zustand.

29.01.17, 18:12:45: Katka: Ich seh das nicht so.

29.01.17, 18:13:06: Katka: Wenn etwas Freudi­ges passiert und man schon ganz upset war.

29.01.17, 18:13:29: Katka: Und dann kommt wieder etwas Hoffnung.

29.01.17, 18:13:38: Katka: Das ist mehr Zus­tand als Methode.

29.01.17, 18:14:11: Matthias: Allein schon sprachlich:

29.01.17, 18:14:17: Matthias: Du bist nicht in Hoffnung,

29.01.17, 18:14:23: Matthias: son­dern du hoffst.

29.01.17, 18:15:15: Katka: Und wenn es eine Meth­ode wäre,

29.01.17, 18:15:24: Katka: kön­nte man sich in deren Anwen­dung üben.

29.01.17, 18:15:28: Katka: Kann man aber nicht.

29.01.17, 18:15:38: Matthias: Nein, du kannst sie nur anwen­den oder nicht.

29.01.17, 18:16:09: Katka: Jede Meth­ode kann verbessert werden.

29.01.17, 18:16:15: Matthias: Deswe­gen ist Hoff­nung auch unab­hängig von realen Situationen.

29.01.17, 18:16:30: Matthias: Ted hofft auf die große Liebe,

29.01.17, 18:16:38: Matthias: weil er sich entschei­det zu hoffen.

29.01.17, 18:16:54: Matthias: Ganz irrel­e­vant, wie viel beschissene Sit­u­a­tio­nen da sind.

29.01.17, 18:18:52: Katka: Ja, Ted ist auch ein fes­ter Trottel.

29.01.17, 18:19:10: Katka: Und Ted gibt es mal abge­se­hen davon nicht.

29.01.17, 18:19:34: Matthias: Es ist vol­lkom­men egal, ob er existiert oder, ob er dumm ist

29.01.17, 18:19:47: Katka: Eben nicht.

29.01.17, 18:19:51: Matthias: Es geht nicht drum, ob das gut ist oder nicht.

29.01.17, 18:20:08: Matthias: Es geht drum, dass das ein Beispiel ist, dass Hoff­nung ein Akt ist.

29.01.17, 18:20:10: Katka: Weil ein Seri­en­charak­ter mehr Möglichkeiten hat als ein realer Mensch.

29.01.17, 18:20:44: Katka: Weil er einen Super­vi­sor oder halt Screen­writer hat.

29.01.17, 18:21:16: Matthias: Es geht doch nicht drum, ob das “fair” ist oder, ob jemand es ein­fach hat oder nicht.

29.01.17, 18:21:17: Katka: Hoff­nung ist daher nur insofern ein Akt, weil jemand fik­tional Möglichkeiten einräumt.

29.01.17, 18:22:27: Matthias: Hoff­nung ist ein wider­ständi­ger Akt gegen die Vorstel­lung, das Dinge passieren, weil sie nun­mal passieren.

29.01.17, 18:22:55: Matthias: Das ist vol­lkom­men unab­hängig von den Möglichkeiten die jemand hat oder nicht hat.

29.01.17, 18:23:20: Katka: Nein eben nicht.

29.01.17, 18:23:29: Katka: Man hofft, weil man Erfahrun­gen hat.

29.01.17, 18:23:54: Katka: Und weiß, dass der Zus­tand schön ist und sich Hoff­nun­gen erfüllen können.

29.01.17, 18:24:00: Katka: Sonst hofft man nicht.

29.01.17, 18:24:03: Matthias: Wenn dir viel Scheiße passiert ist, fällt es dir vielle­icht schw­erer oder ist es dir nicht mehr möglich, die Tech­nik Hoff­nung anzuwenden.

29.01.17, 18:24:27: Katka: Es ist ein Zustand,

29.01.17, 18:24:36: Katka: den du ein­nehmen kannst oder nicht mehr.

29.01.17, 18:24:49: Matthias: Ich hoffe, weil ich hof­fen will und nicht, weil Hof­fen Auf­gabe wäre.

29.01.17, 18:25:53: Katka: Du hoffst, weil du noch kannst.

29.01.17, 18:26:08: Katka: Das hat wenig mit wollen zu tun.

29.01.17, 18:26:18: Matthias: Eben schon.

29.01.17, 18:26:41: Matthias: Ich habe durch kul­turelle Arbeit gel­ernt, Hoff­nung anzuwenden.

29.01.17, 18:27:18: Matthias: Und an Tagen, wo mein Kopf im Arsch ist,

29.01.17, 18:27:46: Katka: Kul­turelle Arbeit nutzt dir einen Scheiß­dreck, wenn du von Faschos umgeben bist.

29.01.17, 18:27:52: Matthias: muss ich mich offen­siv dazu entschei­den, Hoff­nung zu ver­wen­den, um mich gegen den Sta­tus quo zu stellen.

29.01.17, 18:28:19: Katka: Hoff­nung kön­nen prinzip­iell nur Men­schen haben, die sich fürs Leben entscheiden.

29.01.17, 18:28:34: Matthias: Was hat das jetzt schon wieder mit Faschis­ten zu tun?

29.01.17, 18:28:51: Matthias: Kannst du nicht im Konzept bleiben?

29.01.17, 18:28:52: Katka: Ich glaube Hoff­nung ist in extremen Sit­u­a­tio­nen ein sehr rares Gut.

29.01.17, 18:29:09: Katka: Hof­fen kann man nur, wenn es einem prinzip­iell gut gehen kann.

29.01.17, 18:29:36: Matthias: Nein, find ich nicht.

29.01.17, 18:29:40: Katka: Jemand mit vie­len Schmerzen wird wenig Hoffen,

29.01.17, 18:29:56: Matthias: Er wird es vielle­icht nicht tun,

29.01.17, 18:30:15: Katka: weil Schmerz jeglichen guten Zus­tand untermauert.

29.01.17, 18:30:20: Matthias: aber du kannst immer hof­fen in jeder Sit­u­a­tion, wenn du ein­fach beschließt zu hoffen.

29.01.17, 18:30:35: Matthias: Hoff­nung ist dem­nach kein Zustand.

29.01.17, 18:30:48: Matthias: Höch­stens eine Haltung.

29.01.17, 18:31:03: Matthias: Hoff­nung wird performed.

29.01.17, 18:31:56: Katka: Ich glaub das Hoff­nung Bedin­gun­gen braucht.

29.01.17, 18:32:15: Katka: Hoff­nung steht nicht an erster Stelle.

29.01.17, 18:32:29: Katka: Da müssen Grund­bausteine gelegt sein.

29.01.17, 18:33:00: Matthias: Ich glaube, du ver­wech­selst nicht hof­fen kön­nen mit nicht hof­fen wollen.

29.01.17, 18:34:30: Katka: Nein.

29.01.17, 18:34:50: Katka: Ich bin der Ansicht, dass Kön­nen von Fak­toren abhängt.

29.01.17, 18:34:54: Matthias: Das Schöné an Hoff­nung ist doch,

29.01.17, 18:35:01: Matthias: dass sie vol­lkom­men irra­tional ist.

29.01.17, 18:35:10: Matthias: Und dem­nach unab­hängig von Situation.

29.01.17, 18:36:17: Katka: Hoff­nung sehe ich nicht als irrational.

29.01.17, 18:36:54: Katka: Wenn ich mich ins Bett lege und hoffe, dass ich gut und lange schlafe, dann ist das nichts Irrationales.

29.01.17, 18:37:30: Matthias: Aber du beschließt, zu hof­fen, dass du gut schläfst.

29.01.17, 18:38:12: Matthias: Unab­hängig davon, ob du weißt, wann du aufwachen musst.

zB 29.01.17, 18:38:51: Katka: Ich gehe nicht von Beschluss aus.

29.01.17, 18:39:08: Katka: Son­dern von einem aufk­om­menden Gefühlszustand

29.01.17, 18:39:22: Katka: Ich beschließe max­i­mal etwas rational,

29.01.17, 18:39:40: Katka: wie etwa um diese Uhrzeit einkaufen zu gehen.

29.01.17, 18:40:48: Katka: Bin mal Tee machen.

 

29.01.17, 18:48:02: Katka: Ich glaub wir machen einen Twit­ter Poll

29.01.17, 18:48:22: Katka: Ich will wis­sen, wie Men­schen das Konzept Hoff­nung sehen.

29.01.17, 20:18:41: Matthias: Ich finde das Begriff­s­paar Zus­tand und Akt ist am eindeutigsten

29.01.17, 20:19:19: Katka: ja.

30.01.17, 13:55:47: Katka: aber ich denke, dass du wis­sen sollst, dass mein Zugang nicht kom­plett irre ist und dur­chaus seine Berech­ti­gung hat.

30.01.17, 13:56:49: Matthias: Dafür hast du eine Umfrage machen müssen?

30.01.17, 13:57:03: Katka: Unter anderem.

30.01.17, 13:57:28: Katka: Es wirkte nicht so, als dass du meinen Stand­punkt in irgen­deiner Weise legit­imiert hättest sonst.

 

30.01.17, 13:58:12: Matthias: Wenn mehrere Leute einer angedichteten Norm zus­tim­men, macht es die Norm nicht weniger zur Norm.

30.01.17, 13:58:26: Matthias: Leute meinen, es sei ein Zus­tand, weil das schön wäre.

30.01.17, 13:58:55: Matthias: Das gäbe Ihnen absolute Kraft.

30.01.17, 13:59:07: Matthias: Und eine Ausrede, wenn sie keine Hoff­nung mehr haben.

30.01.17, 13:59:28: Katka: Hoff­nung kön­nte man immer als Ausrede sehen.

30.01.17, 13:59:44: Katka: Als Ausrede, Dinge zum Beispiel so zu sehen, wie sie wirk­lich sind.

30.01.17, 14:03:01: Matthias: Meiner Sichtweise nach eben nicht.

30.01.17, 14:03:12: Matthias: Weil, wenn du Hoff­nung anwendest,

30.01.17, 14:03:37: Matthias: ist Hoff­nung eine Reak­tion auf etwas, dass du sehr wohl wahrnimmst.

30.01.17, 14:03:55: Katka: Aber dann als falsche Reaktion,

30.01.17, 14:04:00: Katka: wenn man es als Ausrede sieht.

30.01.17, 14:04:11: Katka: Wahrnehmung unter­liegt ja auch Deutungsprozessen.

30.01.17, 14:04:42: Katka: Wenn man diese Prozesse falsch deutet, heißt das auch, dass wom­öglich Hoff­nung egal in welcher Form,

30.01.17, 14:04:46: Katka: ob jetzt als ein­tre­tender Zustand

30.01.17, 14:04:51: Katka: oder als ange­wandte Reaktion,

30.01.17, 14:04:52: Katka: falsch sind.

30.01.17, 14:05:24: Matthias: Nein, Hoff­nung kann nie falsch sein.

30.01.17, 14:05:33: Matthias: Weil sie nichts an Sit­u­a­tio­nen ändert.

30.01.17, 14:05:44: Katka: Na eben doch.

30.01.17, 14:05:55: Katka: Ihre Betra­ch­tungsweise wird mas­siv beeinflusst.

30.01.17, 14:06:04: Matthias: Es ändert nur deine Sichtweise auf eine Sit­u­a­tion, aber nie die Sit­u­a­tion selbst.

30.01.17, 14:06:57: Katka: Das leuchtet mir ja ein,

30.01.17, 14:07:34: Katka: dass sich die Sit­u­a­tion nicht ändert

30.01.17, 14:07:42: Katka: und ich sagte das ja auch selbst

30.01.17, 14:07:46: Katka: dass es nur die Sichtweise ist,

30.01.17, 14:08:00: Katka: aber die Rück­führung leuchtet mir nicht ein.

30.01.17, 14:08:08: Katka: Hoff­nung kann halt schon auch falsch sein.

30.01.17, 14:08:21: Matthias: Aber dem­nach ist Hoff­nung eine Praxis, die du aus ver­schiede­nen Grün­den anwen­den kannst.

30.01.17, 14:08:44: Matthias: Aus Selb­stschutz, aus Wider­stand, aus Verleugnung ...

30.01.17, 14:09:27: Matthias: Dieses “falsche Hoff­nung machen” ist ein dummes Idiom.

30.01.17, 14:09:44: Matthias: Weil Hoff­nung was ganz anderes tut.

30.01.17, 14:09:52: Matthias: Hoff­nung ver­spricht dir nichts.

30.01.17, 14:10:32: Matthias: Hoff­nung ist deine Entschei­dung, einen guten Aus­gang zu erwarten.

30.01.17, 14:11:01: Matthias: Diese Entschei­dung ändert dich und deine Wahrnehmung in dem Moment in dem du hoffst.

30.01.17, 14:11:30: Matthias: Aber ob dieser gute Aus­gang dann Ein­tritt, ändert nichts an der Legit­im­ität der Erwartung.

30.01.17, 14:14:17: Katka: ich gehe halt immer noch davon aus,

30.01.17, 14:14:23: Katka: dass man einen Zus­tand einnimmt

30.01.17, 14:14:24: Katka: oder eben nicht.

30.01.17, 14:14:37: Matthias: Siehst du

30.01.17, 14:14:39: Katka: Falsche Hoff­nun­gen macht man sich auch nicht.

30.01.17, 14:14:44: Matthias: Du nimmst einen Zus­tand ein.

30.01.17, 14:14:46: Katka: Die wer­den einem vermittelt.

30.01.17, 14:14:51: Matthias: Du hast keinen Zustand.

30.01.17, 14:14:52: Katka: Das ist wieder ein Zus­tand, den man hat.

30.01.17, 14:15:08: Matthias: Hof­fen ist das Ein­nehmen des Zustandes.

30.01.17, 14:15:21: Katka: Ja, eben nicht ganz.

30.01.17, 14:15:33: Katka: Hoff­nung ist jetzt auch keine eigene Entscheidung,

30.01.17, 14:15:48: Katka: weil ich von einer Entschei­dung erwarte, dass sie ratio­nal getrof­fen wird.

30.01.17, 14:15:57: Katka: Sonst gehe ich von einer Reak­tion aus.

30.01.17, 14:16:02: Matthias: Ein Zus­tand Hoff­nung würde ein­fach auftreten unmotiviert.

30.01.17, 14:16:16: Katka: Tut es ja auch.

30.01.17, 14:16:29: Katka: Ich entschließe mich ja nicht dazu: „Hm, heute gibt es Grund zur Hoffnung.“

30.01.17, 14:16:40: Matthias: Ratio­nal­ität ist, denke ich, ein kap­i­tal­is­tis­ches Wertkriterium.

30.01.17, 14:17:02: Katka: Das wäre das näch­ste zum Diskutieren.

30.01.17, 14:17:25: Matthias: Du entschließt dich, vielle­icht mit­tels Automa­tismus, zu hoffen.

30.01.17, 14:17:35: Matthias: Ob es Grund dafür gibt, ist egal.

30.01.17, 14:17:48: Matthias: Wenn es Grund dazu gäbe,

30.01.17, 14:17:56: Katka: Wenn ich dir zus­tim­men müsste,

30.01.17, 14:17:59: Matthias: kön­ntest du ja kausale Erwartung haben.

30.01.17, 14:18:04: Katka: dann würde ich Hoff­nung max­i­mal als Reak­tion wahrnehmen,

30.01.17, 14:18:11: Katka: aber nicht als eigen­ständige Entschei­dung ohne Gründe,

30.01.17, 14:18:17: Matthias: Hoff­nung ist etwas, das ohne Grund funk­tion­ieren muss.

30.01.17, 14:18:20: Katka: weil Entschei­dun­gen immer Gründe mit sich ziehen.

30.01.17, 14:18:43: Katka: Selbst wenn es Emo­tionales betrifft.

30.01.17, 14:19:04: Matthias: Hoff­nung ist eine Entschei­dung, die auf einer gän­zlich anderen Wahrnehmungsebene agiert als Gründe.

30.01.17, 14:19:25: Katka: Wenn ich beschließe, nicht mit dir zu reden, dann hat das den Grund dass ich wom­öglich wütend auf dich bin beispielsweise.

30.01.17, 14:19:48: Katka: Wo ordnest du Hoff­nung ein?

 

30.01.17, 14:20:08: Matthias: Wir soll­ten diese Diskus­sion eigentlich rausschreiben.

 

30.01.17, 14:20:40: Matthias: Hoff­nung ordne ich ein als fast schon gegen­läu­figes Prinzip.

30.01.17, 14:20:50: Katka: Ja aber in welche Kategorie?

30.01.17, 14:20:53: Katka: der Prinzipien?

30.01.17, 14:21:02: Katka: Für mich fällt es näm­lich unter Emotionen.

30.01.17, 14:21:11: Katka: Und da glaub ich, dass wir nicht zusammenkommen.

30.01.17, 14:22:03: Matthias: Ich finde, Hoff­nung ist eine Praxis und dem­nach unab­hängig von den Kategorien.

30.01.17, 14:22:03: Katka:Für mich ist es näm­lich in der gle­ichen Kat­e­gorie wie Begeis­terung, Trauer, Wut, Zweifel.

30.01.17, 14:22:38: Matthias: Weil ich eine Meth­ode der Wahrnehmung auf Emo­tio­nen genauso anwen­den kann wie auf den Aus­gang eines demokratis­chen Akts.

30.01.17, 14:23:05: Katka: Ja, aber du kannst doch Begeis­terung nicht anwenden.

30.01.17, 14:23:08: Matthias: Für mich ist Hoff­nung ein Werkzeug.

30.01.17, 14:23:20: Matthias: Hoff­nung ist auch nicht Begeisterung.

30.01.17, 14:23:39: Matthias: Hoff­nung kann Begeis­terung hervorbringen.

30.01.17, 14:23:44: Katka: Deswe­gen geht mir dein Denken auch nicht in den Kopf rein.

30.01.17, 14:23:57: Katka: Hoff­nung ist für mich keine Kat­e­gorie drüber,

30.01.17, 14:24:02: Katka: son­dern auf gle­icher Stufe

30.01.17, 14:24:07: Katka: wie etwas Begeisterung.

30.01.17, 14:24:16: Katka: Wenn, dann würde ich Liebe der Hoff­nung vorordnen.

30.01.17, 14:24:37: Katka: Ohne diese wäre Hoff­nung nicht möglich,

30.01.17, 14:24:51: Katka: Weil Hoff­nung ja für mich bed­ingt, dass man gute Erfahrun­gen gemacht hat.

30.01.17, 14:25:07: Katka: Sonst entsteht sie ja gar nicht.

30.01.17, 14:25:41: Matthias: Das ist der Punkt, an dem ich nicht mitkann.

30.01.17, 14:26:00: Matthias: Hoff­nung hat für mich nichts mit Ratio­nal­ität zu tun.

30.01.17, 14:26:27: Matthias: Und ist deswe­gen völ­lig unab­hängig von meinen Erfahrungen.

30.01.17, 14:26:45: Katka: Für mich hat Hoff­nung auch wenig mit Ratio­nal­ität zu tun.

30.01.17, 14:27:00: Katka: Ich würde gute Erfahrun­gen als Nährbo­den für Hoff­nung sehen.

30.01.17, 14:27:06: Matthias: Aber wenn du sagst, dass du Ver­gle­ich­swerte brauchst,

30.01.17, 14:27:19: Matthias: Dann ist Hoff­nung für dich etwas Logisches?

30.01.17, 14:27:34: Katka: Nicht unbedingt.

30.01.17, 14:27:43: Katka: Um es in einer Meta­pher an dich heranzutragen:

30.01.17, 14:27:59: Katka: Du siehst eine Blu­men­wiese, die wun­der­schön ist.

30.01.17, 14:28:08: Katka: Die ist da, weil es einen guten Nährbo­den gibt.

30.01.17, 14:28:15: Katka: Etwas, worauf es wurzeln kann.

30.01.17, 14:28:26: Katka: Das ist Hoff­nung für mich.

30.01.17, 14:28:38: Matthias: Um in der Meta­pher zu bleiben:

30.01.17, 14:29:01: Matthias: Für mich ist Hoff­nung das Gießen der Blumen.

30.01.17, 14:29:15: Matthias: Nicht die Blu­men selbst.

30.01.17, 14:29:31: Katka: Für mich ist Hoff­nung nicht die Blume, son­dern der Boden, der Blu­men wach­sen lässt.

30.01.17, 14:29:50: Katka: Du kannst näm­lich Blu­men gießen so viel du willst,

30.01.17, 14:29:56: Katka: wenn sie auf Beton ste­hen, wer­den sie nicht wachsen.

30.01.17, 15:08:18: Matthias: Aber der Hoff­nung ist es doch auch scheiße­gal, ob die Blu­men wachsen.

30.01.17, 15:08:25: Matthias: Hoff­nung ist präzise:

30.01.17, 15:08:43: Matthias: Die Blu­men zu gießen, egal ob sie wach­sen oder nicht.

30.01.17, 15:09:26: Katka: Eh.

30.01.17, 15:09:38: Katka: Es ist nur ver­schwen­det irgendwie.

30.01.17, 15:10:14: Matthias: Ja aber Ver­schwen­dung oder Nutzen ist keine Kat­e­gorie, in der Hoff­nung agiert.

30.01.17, 15:11:18: Katka: Du weißt schon, was ich mein.

30.01.17, 15:11:35: Matthias: Ich weiß, wo du hin­willst, ja.

 

31.01.17, 17:01:34: Matthias: Ich über­lege den ganzen Tag nach einer Form für den Dialog.

31.01.17, 17:03:24: Katka: Für welchen jetzt?

31.01.17, 17:06:10: Matthias: Das Ding mit der Hoffnung.

31.01.17, 17:10:43: Katka: Genauso

31.01.17, 17:10:49: Katka: Nur adaptiert.

Mehr von Katha­rina findet ihr auf www.katkaesk.com.

Not like this. This is different.”

Lily Aldrin, HIMYM, 9.23

Ist ein schim­mern­der Stein besser als ein grau gesprenkel­ter und wenn ja, warum?

 

Warum tust du dir das immer wieder an?”, fra­gen sie ständig. Wer weiß das schon?

Wir wis­sen, warum wir uns das antun, aber wir kön­nen es euch nicht sagen. Weil wir nicht wis­sen, was wir suchen, vielle­icht. Lasst uns das Moment Hoff­nung definieren. Es ist das “not like this”, das wir wollen, vielleicht.

Was macht den Schim­mer aus? Das Licht, vielleicht.

Warum tun wir uns das immer wieder an? Weil wir hof­fen auf das richtige Licht.

Hoff­nung ist eine Trotzhand­lung, ver­dammt nochmal.

1/*

 


Dieser kurze Text ist Teil des projekt.txt zum Wort “Hoffnungsschimmer”.

licht21

 

Leuchte mal bitte hierher

auf mich, denn ich bettle

förm­lich um dein Licht.

 

Strahle mal bitte hier drauf

und ordne mich an, damit ich mir

nach deinen Prinzip­ien wieder

greif­bar werde.

 

Werfe mal bitte dein Licht hier hin

nagle mich fest an uns

damit ich nicht in uns

Wand ver­sick­ern kann, so Reflex.

 

Halte den Fokus mal bitte hierauf

und leuchte mein freeflow­ing chaos aus,

weg, in die Ecke in die nie jemand

schaut.

 

Erblicke mal bitte den Weg,

pro­tect me from what I want,

flut­lichte mir meine Wut

meine Wut auf uns braucht

Blit­zlicht und Gewitter.

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Von Kette zu Kette

Glieder betas­ten nach Haltbarkeitslücken

ist unsere heutige Pflicht

und unser heilig­ster Wunsch.

 

In Ket­ten aus Ketten

Glieder begreifen nach Widerstandslöchern

in ___ macht uns zu Monstren //

der Selb­st­wahrnehmungslosigkeit.

Von Kette zu Kette

 

Glieder beschreiben und uns penibelisieren

ist unser Ruf, nicht eure Berufung,

mit der ihr ver­suchen könntet,

uns ein Nähev­er­hält­nis zu drehen.

Wir wer­den uns verin­seln, bald.

Du willst dich schon lange eininseln

in dir in der unge­fähren Nähe zu jenen

Nahen, die sich lange vor uns ausinselten.

Noch berechnest du dir deine Koordinaten,

an denen du in vager Allein­samkeit Insel sein kannst.

Sehen, aber nicht wahrnehmen wollen, du

willst die Zukunft sein, aber wenn es geht

möglichst vere­inzelt verin­seln, verorten.

Ich denke, ich kön­nte uns folgen.

Wir wer­den uns verin­seln, bald.

 

 

formloses

Heute und gestern und über­haupt
Kräfte­spiele mit dir,
Sys­tem­chen dir abzurin­gen
wie ein per­ma­nentes Seilziehen
im Sportun­ter­richt damals, du
Form­loses in mir.//

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