Du schaust durch ein Fen­ster wie Apfel­saft und siehst erst mal nichts

// ... außer Apfelsaft.

 

Die Augen schaf­fen es noch nicht, auf ein mögliches Dahin­ter scharf zu stellen,

das erfordert deine ganze Aufmerksamkeit,

die du ihm aber partout nicht schenken willst.

Deswe­gen weiterhin:nur Apfelsaft //

-  und ani­mierte Schemen, die müssen reichen.

 

Die ani­mierten Schemen reden tanzen, trinken,

aber du ahnst nur Mundöff­nung, hörst Holzbodenknacken

-  durch den Apfelsaft. //

 

Die ani­mierten Schemen trinken, trinken

und du hoffst, sie trinken dem Fenster

// den Apfel­saft aus und schüfen Klarheit.

Aber diesen Gefallen tun sie dir nicht — niemanden.

Selb­stschlucken musst du für deine Bril­lanz, die dir so heilig ist, wie du stets betonst.

 

Selb­stschlucken, während die ani­mierten Schemen

lachen über dich und über deinen trink­enden Kopf

frischge­pressten Apfel­saft leeren. //

 


Dieser Text ist ein Beitrag zum Wort trüb in Dominik Leit­ners .txt-Projekt.

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