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Stürme am Zentralbahnhof unserer Stadt

Es ist uns ein inneres Städtepla­nen. Ein Häuser mit Tinte vom per­lenem Papier kratzen. Ein Auf­bauen und Nieder­reißen, nur um Platz für ein neues Auf­bauen zu schaffen.

Das ist die Welt. Und die Welt ist das Chaos, um Büch­n­ers Dan­ton zu zitieren. Text ist der Weg­weiser, an dem man sich anhal­ten kann an seinem Weg durch das Chaos der Stadt, die man um sich auf­baut, jeden Mor­gen, jede Nacht. Er ist die wun­der­schöné Fas­sade der Häuser, in denen wir wohnen wollen, und gle­ichzeitig der alte Par­kett in unseren Schlafz­im­mern. Text ist ein Zuhause.

Wenn wir schreiben, ist es, als wür­den wir über tausend Zäune in ver­botene Gärten klet­tern und darin unsere Ver­stecke ein­richten. In den Notizbüch­ern entwer­fen wir unsere näch­sten Eroberun­gen. Wenn wir schreiben, richten wir unsere Unter­schlüpfe ein, mit­ten auf den Knoten­punk­ten von Haupt­städten ganz neuer Nationen.

Der Text ist die Grund­feste ganzer Uni­versen und wie der kle­in­ste Schmetter­ling bedeutet schon die Wahl des Schreibgeräts Stürme am Zen­tral­bahn­hof unserer Stadt. Lachst du? Nein, es ist gut, unsere Städte bleiben uns beste­hen, wenn wir uns nur weiter in sie schreiben, wir sind die Bar­rikaden, auf die wir uns hin­auf­schreiben sollten.

Die Angst, unsere Städte ver­mis­sen uns, wenn wir nicht in sie schreiben, ist unsere immer­währende Beglei­t­erin, die Panik vor dem Ende aller Tin­ten­pa­tro­nen ihre beste Fre­undin. Denn die Mauern von Bleis­tift hal­ten wom­öglich den Stür­men am Zen­tral­bahn­hof nicht stand, wer weiß das schon?

Drum schenkt uns Tinte und Papier, dann wer­den wir euch im Vor­beige­hen zuzwinkern, wie aus Mitwisser­schaft eines Geheimnisses aus einer anderen Stadt, in der ihr nie wart. Und ihr werdet euch freuen über unsere Häuser, frisch vom per­lenem Papier gekratzt, nach den Vorstel­lun­gen irgendwelcher Wunschträume.

 

Dieser Text ent­stand nach Inspi­ra­tion durch diesen Text von Katha­rina Peham über das Schreiben.

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