elf Sup­pen­löf­fel

zwölf Gabeln

elf Messer

sieben Teelöf­fel

zehn Dessert­ga­beln

siebzehn Teller

fünf Schüs­seln

drei Töpfe

zwei Pfan­nen
 

dreiund­vierzig leere Notizhefte

vierzehn vollgeschriebene Notizbücher

drei Füllfed­ern

drei Kästen Pastellkreiden

zwei DIN A1 Zeichenblocks

zu viele Bücher

zu wenige Bücher
 

vier Teekan­nen

sech­sundzwanzig Dosen Tee

sieben Tee­tassen

eine Lieblingstasse
 

einige Gedanken auf zerknit­terten Zetteln

sechs bis sieben Kilo­gramm Elektroschrott

einige Gedanken auf zerknit­terten Zetteln.

Not like this. This is different.”

Lily Aldrin, HIMYM, 9.23

Ist ein schim­mern­der Stein besser als ein grau gesprenkel­ter und wenn ja, warum?

 

Warum tust du dir das immer wieder an?”, fra­gen sie ständig. Wer weiß das schon?

Wir wis­sen, warum wir uns das antun, aber wir kön­nen es euch nicht sagen. Weil wir nicht wis­sen, was wir suchen, vielle­icht. Lasst uns das Moment Hoff­nung definieren. Es ist das “not like this”, das wir wollen, vielleicht.

Was macht den Schim­mer aus? Das Licht, vielleicht.

Warum tun wir uns das immer wieder an? Weil wir hof­fen auf das richtige Licht.

Hoff­nung ist eine Trotzhand­lung, ver­dammt nochmal.

1/*

 


Dieser kurze Text ist Teil des projekt.txt zum Wort “Hoffnungsschimmer”.

licht21

 

Leuchte mal bitte hierher

auf mich, denn ich bettle

förm­lich um dein Licht.

 

Strahle mal bitte hier drauf

und ordne mich an, damit ich mir

nach deinen Prinzip­ien wieder

greif­bar werde.

 

Werfe mal bitte dein Licht hier hin

nagle mich fest an uns

damit ich nicht in uns

Wand ver­sick­ern kann, so Reflex.

 

Halte den Fokus mal bitte hierauf

und leuchte mein freeflow­ing chaos aus,

weg, in die Ecke in die nie jemand

schaut.

 

Erblicke mal bitte den Weg,

pro­tect me from what I want,

flut­lichte mir meine Wut

meine Wut auf uns braucht

Blit­zlicht und Gewitter.

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Von Kette zu Kette

Glieder betas­ten nach Haltbarkeitslücken

ist unsere heutige Pflicht

und unser heilig­ster Wunsch.

 

In Ket­ten aus Ketten

Glieder begreifen nach Widerstandslöchern

in ___ macht uns zu Monstren //

der Selb­st­wahrnehmungslosigkeit.

Von Kette zu Kette

 

Glieder beschreiben und uns penibelisieren

ist unser Ruf, nicht eure Berufung,

mit der ihr ver­suchen könntet,

uns ein Nähev­er­hält­nis zu drehen.

Wir wer­den uns verin­seln, bald.

Du willst dich schon lange eininseln

in dir in der unge­fähren Nähe zu jenen

Nahen, die sich lange vor uns ausinselten.

Noch berechnest du dir deine Koordinaten,

an denen du in vager Allein­samkeit Insel sein kannst.

Sehen, aber nicht wahrnehmen wollen, du

willst die Zukunft sein, aber wenn es geht

möglichst vere­inzelt verin­seln, verorten.

Ich denke, ich kön­nte uns folgen.

Wir wer­den uns verin­seln, bald.

 

 

formloses

Heute und gestern und über­haupt
Kräfte­spiele mit dir,
Sys­tem­chen dir abzurin­gen
wie ein per­ma­nentes Seilziehen
im Sportun­ter­richt damals, du
Form­loses in mir.//

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Unein­deutige happy ends hin­ter­lassen mir immer mehr emo­tional Unbe­ha­gen zurück. Die Men­schheit über­lebt, aber das Astro­naut­en­paar muss sich in den Weiten der Galax­ien erst nach dem Abspann suchen und finden. Ungewisses Auskom­men, welches nagt.

Totales Scheit­ern kön­nte ich, denke ich, besser verkraften. Aber an Ambi­gu­i­tät im Glück kaue ich schwer. Vielle­icht liegt es am Ver­lust des Kör­pers, durch den ich die Welt wahrnehme. Der Pro­tag­o­nist Cooper fliegt in der End­szene nochmal hin­aus, um Co-Pilotin Dr. Brand zu suchen, doch bevor dieser Hand­lungs­bo­gen abgeschlossen wer­den kann, endet der Streifen. Pro­tag­o­nis­ten sind in diesen hand­lungs­getriebe­nen Werken unser Werkzeug, durch welches wir die Diegese erken­nen kön­nen, sie sind, wenn man weit genug greift, die Schnittstelle, die diese Diegese erst erzeugt. Und wenn Cooper ins Ungewisse ver­fliegt, ver­liert das happy end der Diegese ein wenig Wahrheit. Und das erzeugt Unbe­ha­gen in mir. Weil mit Cooper der Kon­takt zur Welt flöten geht. (Hier schim­mert meine gegen­wär­tige Lek­türe Merleau-Pontys durch.)

Abge­se­hen davon ist natür­lich die Darstel­lung von rel­a­tiver Zeit frag­würdig, aber jede Darstel­lung von rel­a­tiver Zeit ist wohl inhärent frag­würdig, nehme ich mal an. Das kann man also keiner kün­st­lerischen Darstel­lung ankrei­den, denn das kreative und damit immer schon zu einem Grade frag­würdige Darstellen physikalisch kom­plexer Gedanken ist ja deren Auf­gabe, wie manche sagen. Ebenso ist das Erschaf­fen dieses tief­greifenden Unwohl­seins etwas, was ich mir erwarte mittlerweile.