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Icareae #12

Die Mas­chine bin ich und in mir ist der mech­a­nis­che Rost der poten­tiellen Bewegth­eit ver­streut, daher das Ras­seln. Jeder Ver­such bringt das Ras­seln, was ist Ler­nen und Übung und Besser­ler­nen und Wei­t­er­inübung­sein anderes als ein Mahlen des ras­sel­nden Rosts in mir?

Men­schen sind Ver­san­dungs­maschi­nen und wer Men­sch will muss Auf­s­tand muss Sturz. Der Bal­dachin, die Mus­tere­in­prä­gungsanstalt führt mich an der Hand an die Kante, an der der Men­sch sich hochziehen kann, bis er Staub spukt.

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Icareae #11

Dem modus operandi der schlimm­sten Sturzsucht

ist ein Stopern in den Akt des Auf­ste­hens gelegt.

Das Stürzen als zwis­chen­men­schliche Zwischenzeitlichkeit//Zwangsneurose

bekennt das Auf­ste­hen als poetisch-revolutionäres Kontinuum

bekennt das Auf­ste­hen als Erken­nen und Anwen­den und Angewandterkanntsein

des eige­nen Durch-den-Körper-hindurch-Greifens.

 

Das ist alles und hier müssen wir ansetzen.

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Die Ika­reen sind eine Reihe Kürzesttexte.

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Icareae #10

Angabe: Wer­fen ist aktiver als Fallen.

Gewor­fen­sein ist ein Zus­tand, der immer­fort zuzu­lassen ist, sich Fal­l­en­lassen ist nur eine moment­lange Entscheidung.

Fallen ist Leben mit dem Geworfenwordensein.

Sichwerfen≠Stürzenwollen

Jede etwaige Kom­bi­na­tion scheint Erfahrenwollen.

Erfahrenkön­nen soll Wahrnehmen­müssen ergeben.

Lösungssatz: Fliegen ist ein per­ma­nentes Nichtlanden.

 

Wer­fen, Fallen, Stürzen: 3 Wahrnehmungsaktezuständeformenexistenzen.

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Icareae #9

Jeden Tag ein neues Eigen­leben im Kopf

heißt jeden Tag neue Dimensionen.

 

Jede Idee baut zwar auf auf das gefühlte

Wis­sen ihrer Vorge­gan­gen, proklamiert aber

//neue For­men,

um eine Bewe­gung zu sein.

Wer hat die Definitionshoheit,

der Kopf oder der Gedanke?

Und wer springt vom Turm,

wer spannt das Netz?

 

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Icareae #8

Löst man sich auf, um the­o­retisch zu werden?

 

Ich weiß nicht mehr, ob der der Aktion noch zu trauen ist,

ist noch zu erken­nen, ob wir sprin­gen oder gestoßen werden?

 

Nur der Sturz ist das, was er scheint, Beschle­u­ni­gung auf ein Ziel zu,

uns Stürzen­den unbekannt und trotz­dem vom Moment null bestimmt.

 

Ich ver­traue noch dem Sturz als Ein­heit der geord­neten Energiegerichtetheit,

denn der Sturz hat keine Vendetta. Glaube ich.

 

Wir leben in Ikarus’ Tagen, wir soll­ten ihm

//Flattern lauschen.

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Icareae #7

Bal­dachin suchen.

Ein­bub­blen in Luft­pol­ster­folie, bevor man vom Turm springt, Folie ist besser als Fallschirm, denn, sie sieht man nicht bei ihrem Rettungsversuch.

Sprin­gen als endgültiger Aus­druck des Gefangenwerdenwollens?

 

Ich fänge mich, wenn ich könnte.

Aber du musst schon springen.

Aber ich muss schon sprin­gen, ja.

Ja.

Fängst du mich, nach­dem ich sprang?

Bal­dachin.

Bal­dachin.

Ich helfe, dein Auf­fangnetz in Span­nung zu halten.

Oh.

Wieso das?

Damit du –

– nicht stürzt.

Gut. Dann springe ich nicht mehr, wohl.

Wohl.

Wäret ihr mir böse, spränge ich nicht?

Bal­dachin, baldachin.

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Icareae #6

bal­dachin

Ein Wort, das nur nicht mehr aus­geht. Seit Wochen denke ich baldachin.

Bal­dachin, Bal­dachin, Baldachin.

Wer hat ihn erfun­den? Warum wollte da irgend­je­mand den Him­mel senken?

Sprin­gen vom Bal­dachin ist seman­tisch gle­ichzuset­zen mit: Sprin­gen aus dem Him­mel heraus.

von/aus

Die Erfind­ung des Bal­dachins ist nicht nur eine her­an­holend des Him­mels in die Fass­barkeit seiner Betra­chter, son­dern eine absolute Ver­flachung des Raumes ‘Him­mel’ und damit eine radikale Unge­fährlichkeit des Sprunges.

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Icareae #5

X: Ist die Staub­schicht auf deinem Gesicht frisch und durch­scheinend noch?

Fast bist du schon ein Dia gewor­den, schämst du dich deiner rück­blick­enden, gel­blich glänzen­den Ruhe?

Fortschritts­glaube, Fortschritts­glaube. Bist du ungläu­big, denn? Sitzen, ste­hen, reflek­tieren. Übst du dein Sprin­gen über­haupt noch?

Y: bal­dachin.

X: bal­dachin.

[Klack. Näch­stes Bild an die Wand geworden.]

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Icareae #4

Solange Tauben verscheuchen,

bis sie sich formieren;

Dann nur noch die Hoffnung:auf Möwentag.

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