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Idee: supply lines

Bevor der Ernst des Herb­sts mich wieder in die Fänge bekommt (um nach dem Mas­ter Struk­tur zu haben, habe ich ein Philoso­phi­es­tudium begonnen, oh Wun­der), habe ich mich nochmal für einige Tage Som­mer nach Frankre­ich ver­ab­schiedet. Ger­ade sitze ich in einem Café in Cahors gegenüber von Mir­jam von klein­wahnsinn, am Woch­enende bin ich dann in Bre­men beim tdv.
Mit mir auf dieser Tour ist mein Fotoap­pa­rat. Und während ich die Bilder der let­zten Woche durch­schaute, kam mir eine Idee, die über die Tage mehr und mehr Form angenom­men hat.

Ein Bild­band, der sich mit Leitun­gen beschäftigt, die uns heute und gestern und mor­gen ver­sor­gen, vor allem mit Strom, ab und zu mit Wasser. Über die Jahre fand ich die Lin­ien, die wir durch den Him­mel und zwis­chen unseren Häusern ziehen, immer ein span­nen­des Motiv, weshalb sich eine ganze Menge von solchen Bildern ange­sam­melt haben über ver­schiedene fotografis­che Medien verteilt.
Momen­tan denke ich an plus­mi­nus 40–50 Bilder, zu denen jew­eils ein kurzer Text kommt. Das wären kurze Szenen, die in etablierter Manier zwis­chen Anek­dote und the­o­retis­chen Gedanken chang­ieren. In meinem Kopf heißt das ganze »sup­ply lines« oder vielle­icht auch »power lines«.
Redak­tionelle Details ste­hen da erst­mal hin­ten an, im Falle des Falles sagt mein aufgeregtes Pro­jek­thirn, dass das auch im Eigen­ver­lag zu bew­erk­stel­li­gen ist. Erst­mal würde ich mich freuen, wenn ihr Input, Begeis­terung oder kri­tis­che Stim­men zu der Idee hättet.

Berlin, 2010

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Konzerte, Kaputzenwesten und Kollaboration

Semi-regelmäßig hat es geheißen.

Wer meinen hil­flosen instas­to­ries (ein Medium, dem ich was abgewin­nen kann, das ich allerd­ings noch nicht sehr kun­stvoll und pro­duk­tiv beherrsche, hence ‘hil­f­los’) folgt, weiß schon, dass ich gestern bei Ghost­poet im Flex war.

Grund­sät­zlich war es toll, ein solides Konz­ert mit solider Stim­mung im Publikum.

Es war aber auch aus einem anderen Grund gut. Für mich ent­deckt habe ich Ghost­poet vor eini­gen vie­len Jahren, während ich meine beste Fre­undin, die damals als Aupair in einem Städtchen an der britis­chen Küste jobbte, besuchte und im Zuge dessen ein paar Tage alleine durch Lon­don strawanzte. Ich erin­nere mich, dass ich in der flagship-Filiale von All­saints am Spi­tal­fields Mar­ket stand und mich von einer sehr begeis­terungs­fähi­gen Musik­erin turned Klam­ot­ten­verkäuferin für eine schreck­lich über­teuerte Kaputzen­weste begeis­tern ließ, als auf einem Screen die für All­saints einge­spiel­ten Base­ment Ses­sions von Sur­vive it vom ger­ade erschiene­nen ersten Album gespielt (Diese Ses­sions sind auch gut.) Ich fand ihn gle­ich span­nend, ließ mir die Weste andrehen und ver­fol­gte seine Kar­riere seit­dem on off. Gestern kam ich irgend­wan im Laufe des Konz­erts mit gewisser Nos­tal­gie drauf, dass ich die schreck­lich über­teuerte Kaputzen­weste anhatte.

Warum schreibe ich aber jetzt über das Konz­ert, außer, um festzuhal­ten, dass es ein gutes war? Weil mich das Konzeert gestern an Momente wie jene Tage in Lon­don erin­nert hat. Mümente, in denen Zuver­sicht, Moti­va­tion und Glück einer grundle­gen­den Sit­u­a­tion­süber­forderung trotzen, ja, vielle­icht braucht es sogar diese latente momen­tante Über­forderung (beispiel­sweise alleine in Lon­don herumzuir­ren), um plöt­zlich und für den Augen­blick von den hun­derten Möglichkeiten, die man sieht und die sich auf­tun, überzeugt und mit­geris­sen zu sein. Man sieht etwas oder jeman­den, der etwas kann und tut und weit­er­bringt, und anstatt in seiner Begeis­terung dafür zu erstar­ren, kommt einem die Überzeu­gung, darauf, also auf dieses Tun, aber auch auf diese Begeg­nung auf­bauen zu können.

Das waren Momente des Begeis­tert­seins und des Inspiri­ert­seins von der bloßen Exis­tenz anderer Men­schen und ihrem Tun. Damals in Lon­don habe ich diese Men­schen und Momente genauso gefun­den wie bei den ersten Berlin-Besuchen oder zwis­chen den Regalen bei Shake­speare & Co in Paris und eigentlich über­all, wo ich war. (In Wien tue ich mir oft schw­erer damit, was ich jetzt aber mal der Rou­tine zuschreibe.)

Gedanke: Run­terge­brochen geht es hier ums networking.

Zweiter Gedanke: Net­work­ing ist jetzt aber wohl eines der graus­lich­sten Schlag­wörter und Zus­tand­sphänomene, die der neolib­erale Spätkap­i­tal­is­mus so her­vorge­bracht hat. (“Du Net­zw­erk bist die Repräsen­ta­tion des Kap­i­tal­is­mus!”, mehr oder weniger O-Ton aus Polleschs Kill Your Dar­lings)

Drit­ter Gedanke: Irgendwo liegt ein wider­ständi­ges Poten­zial begraben im Unter­laufen der kap­i­tal­is­tis­chen Notwendigkeit zu immer­forten Ver­net­zungs­beschre­itschaft, die sowohl über ein bloßes Ver­weigern als auch ein Umscheiben des Net­zw­erkes zum Kollek­tiv hin­aus­geht. Möglicher­weise liegt dieses Poten­zial in der Mul­ti­p­lika­tion der Indi­viduen hinein in eine ständig noch-zu-bildende und sich-gerade-bildende Masse oder auch nur in der Moti­va­tion und Begeis­terungs­fähigkeit, welche vom Ken­nen­ler­nen subversiv-produktiver Einzelne*r aus­geht. Genau weiß ich das noch nicht, auch nicht, worauf ich damit hin­aus will. Aber darüber habe ich während dem semi-rythmischen Hin­und­her­wankens meine­seits zu Ghost­poet im Flex nachgedacht. (Falls noch jemand im Äther mein The­o­rie­sein infrage gestellt hat.)

Auf jeden Fall will ich dazu was machen, schreiben, tanzen, arbeiten. Die Form ist mir jetzt noch unklar und damit natür­lich eine Vielzahl.

Anson­sten: Näch­ste Woche geht läuft das image­tanz an. Es wird bes­timmt toll, aufre­gend und span­nend, also kommt, sagt hallo und kol­la­bori­ert mit mir. Oder mit jemand anderem. Wie ihr wollt.

Grüße,

M

ghost­poet im flex, 21.2.2018

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and we’re live.

Hat doch etwas länger gedauert als angenom­men. Aber hier ist es, das neue entrüm­pelte Design und Konstrukt.

Die Mas­ter­ar­beit ist geschrieben und liegt zur Beno­tung. Es ist also wieder etwas Raum für andere Texte.

Texte finden sich jetzt unter texte und sind da in einige Kat­e­gorien unterteilt. (Die alten Texte sind, bis auf ein paar aus­gewählte, kollek­tiv unter archiv sortiert.) Alles andere ist – denke ich – selb­sterk­lärend. Wie ich schon in der monate­lan­gen Abwe­sen­heit­sno­tiz schrieb, ging es vor allem darum, den Kitsch auszuräu­men. Dieser Sim­pli­fizierungs– und Klarstel­lungswut ist (zumin­d­est vor­erst) auch die Kom­men­tar­funk­tion zum Opfer gefallen. Ein­er­seits finde ich sie ent­behrlich, weil sie wenig bis gar nicht benutzt wurde, ander­er­seits scheit­erten meine Pro­gram­mierken­nt­nisse daran. Meh. Wenn mir wer was sagen will, schreibt mir doch bitte eine Mail oder meldet euch sonstwo. Danke.

Noch ist alles etwas leer, aber die näch­sten Tage wird es sich füllen, nach und nach. Wobei ich mich erst­mal bewusst an keinen Plan hal­ten will, weil ich den ohne­hin nicht ein­halte, wie die Geschichte zeigt. Aber in meinem Kopf liegen ein paar Eisen in diversen Feuern.

Ver­suchen will ich aber, semi­regelmäßig in dieser Kat­e­gorie hier, jour­nal, einen sta­tus quo von mir zu geben.

 

Das war’s erst­mal von mir.

In bester Hoffnung,

M

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Idee: sup­ply lines

19/09/2018 Bevor der Ernst des Herb­sts mich wieder in die Fänge bekommt (um nach dem Mas­ter Struk­tur zu haben, habe ich ein Philoso­phi­es­tudium begonnen, oh Wun­der), habe ich mich nochmal für einige Tage Som­mer nach Frankre­ich ver­ab­schiedet. Ger­ade sitze ich in einem Café in Cahors gegenüber von Mir­jam von klein­wahnsinn, am Woch­enende bin ich dann in ...

Konz­erte, Kaputzen­westen und Kollaboration

22/02/2018 Semi-regelmäßig hat es geheißen. Wer meinen hil­flosen instas­to­ries (ein Medium, dem ich was abgewin­nen kann, das ich allerd­ings noch nicht sehr kun­stvoll und pro­duk­tiv beherrsche, hence ‘hil­f­los’) folgt, weiß schon, dass ich gestern bei Ghost­poet im Flex war. Grund­sät­zlich war es toll, ein solides Konz­ert mit solider Stim­mung im Pub­likum. Es war aber auch aus einem anderen Grund gut. ...

and we’re live.

01/02/2018 Hat doch etwas länger gedauert als angenom­men. Aber hier ist es, das neue entrüm­pelte Design und Kon­strukt. Die Mas­ter­ar­beit ist geschrieben und liegt zur Beno­tung. Es ist also wieder etwas Raum für andere Texte. Texte finden sich jetzt unter texte und sind da in einige Kat­e­gorien unterteilt. (Die alten Texte sind, bis auf ein paar aus­gewählte, kollektiv ...

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