Ich sitze hier an einem Tisch und denke, weil ich nichts Besseres zu tun habe. An der Wand vor mir, gegen die ich starre, quasi in einem Wet­tbe­werb, den ich in meiner Rolle als Men­sch ver­lieren muss, ste­hen Worte, ja sogar Sätze, manche mit passenden Antwortsätzen.

Jetzt sind die meis­ten Kor­re­spon­den­zen in kein­stem Fall hochtra­bend oder inter­es­sant. Trotz­dem bleibt mein Blick — und ihm fol­gen meine Gedanken auf dem Fuße — an ihnen hän­gen, nicht wegen der Brisanz der Kreati­vaus­lässe an dieser Wand, die ja mehr einen Akt des Van­dal­is­mus als geistige Wach­heit oder Wahrheit darstellen, son­dern auf­grund der Tat­sache, das selbst das sin­n­freiste Wort an der Wand von jeman­dem dor­thin geschrieben wurde.

Wer sind diese Per­so­nen, die so ein­sam sind, dass eine Wand der beste Gesprächspart­ner ist, den sie finden kon­nten? Was für eine Unsicher­heit steht hin­ter den Obszönitäten des All­t­ags, die auf ewig und bis zur unver­mei­d­baren Ren­o­va­tion in den Putz gekratzt wur­den. Rev­o­lu­tion? Ja, reich mir den Marker.

 

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