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2/* – Dialog archiv// Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

28.01.17, 17:47:51: Katka: Sehr wütend für deine Verhältnisse.

28.01.17, 17:49:46: Matthias: Hoffnung ist (m)eine Trotzhandlung, verdammt nochmal.

28.01.17, 17:50:13: Matthias: Ich glaube auch, dass Hoffnung für mich ein wütendes Thema ist.

28.01.17, 17:50:35: Katka: das ist interessant

28.01.17, 17:50:46: Katka: Die meisten wären entweder sehr positiv gestimmt

28.01.17, 17:50:51: Katka: oder enttäuscht resigniert, würde ich mal sagen.

28.01.17, 17:51:01: Katka: Wut ist eine seltene Reaktion auf Hoffnung.

28.01.17, 17:52:27: Matthias: Hoffnung ist ja auch für mich so eine widerständige Haltung.

29.01.17, 17:54:59: Matthias: Eine Geschichte über Hoffnung als solche zu erzählen,

29.01.17, 17:55:05: Matthias: ist schrecklich langweilig.

29.01.17, 17:55:18: Matthias: Das interessiert doch niemanden.

29.01.17, 17:55:27: Matthias: Hoffnung kannst du nur reflektieren.

29.01.17, 18:05:42: Katka: Aber Menschen funktionieren häufig nur aufgrund von Hoffnung.

29.01.17, 18:06:03: Katka: Sie brauchen das damit es ihnen gut geht.

29.01.17, 18:06:17: Matthias: Aber Hoffnung ist nichts, was man hat oder nicht.

29.01.17, 18:06:33: Matthias: Hoffnung ist eine Kulturtechnik die man anwendet.

 

29.01.17, 18:07:16: Katka: Ich weiß nicht.

29.01.17, 18:07:28: Katka: Man kann die Hoffnung verlieren.

29.01.17, 18:07:45: Katka: Muss man sie auch irgendwie mal haben.

29.01.17, 18:08:14: Matthias: Du kannst auch die Fähigkeit, Diskurse zu führen verlieren, deswegen ist Diskurs keine Eigenschaft.

29.01.17, 18:09:06: Katka: Aber die Fähigkeit muss man auch mal haben.

29.01.17, 18:09:28: Katka: Und man macht sich auch Diskurse zu eigen.

29.01.17, 18:09:34: Matthias: Man muss sie erlernen.

29.01.17, 18:09:36: Katka: Weil man sie bereichert.

29.01.17, 18:09:48: Matthias: Hoffnung ist eine Methode, kein Zustand.

29.01.17, 18:12:45: Katka: Ich seh das nicht so.

29.01.17, 18:13:06: Katka: Wenn etwas Freudiges passiert und man schon ganz upset war.

29.01.17, 18:13:29: Katka: Und dann kommt wieder etwas Hoffnung.

29.01.17, 18:13:38: Katka: Das ist mehr Zustand als Methode.

29.01.17, 18:14:11: Matthias: Allein schon sprachlich:

29.01.17, 18:14:17: Matthias: Du bist nicht in Hoffnung,

29.01.17, 18:14:23: Matthias: sondern du hoffst.

29.01.17, 18:15:15: Katka: Und wenn es eine Methode wäre,

29.01.17, 18:15:24: Katka: könnte man sich in deren Anwendung üben.

29.01.17, 18:15:28: Katka: Kann man aber nicht.

29.01.17, 18:15:38: Matthias: Nein, du kannst sie nur anwenden oder nicht.

29.01.17, 18:16:09: Katka: Jede Methode kann verbessert werden.

29.01.17, 18:16:15: Matthias: Deswegen ist Hoffnung auch unabhängig von realen Situationen.

29.01.17, 18:16:30: Matthias: Ted hofft auf die große Liebe,

29.01.17, 18:16:38: Matthias: weil er sich entscheidet zu hoffen.

29.01.17, 18:16:54: Matthias: Ganz irrelevant, wie viel beschissene Situationen da sind.

29.01.17, 18:18:52: Katka: Ja, Ted ist auch ein fester Trottel.

29.01.17, 18:19:10: Katka: Und Ted gibt es mal abgesehen davon nicht.

29.01.17, 18:19:34: Matthias: Es ist vollkommen egal, ob er existiert oder, ob er dumm ist

29.01.17, 18:19:47: Katka: Eben nicht.

29.01.17, 18:19:51: Matthias: Es geht nicht drum, ob das gut ist oder nicht.

29.01.17, 18:20:08: Matthias: Es geht drum, dass das ein Beispiel ist, dass Hoffnung ein Akt ist.

29.01.17, 18:20:10: Katka: Weil ein Seriencharakter mehr Möglichkeiten hat als ein realer Mensch.

29.01.17, 18:20:44: Katka: Weil er einen Supervisor oder halt Screenwriter hat.

29.01.17, 18:21:16: Matthias: Es geht doch nicht drum, ob das „fair“ ist oder, ob jemand es einfach hat oder nicht.

29.01.17, 18:21:17: Katka: Hoffnung ist daher nur insofern ein Akt, weil jemand fiktional Möglichkeiten einräumt.

29.01.17, 18:22:27: Matthias: Hoffnung ist ein widerständiger Akt gegen die Vorstellung, das Dinge passieren, weil sie nunmal passieren.

29.01.17, 18:22:55: Matthias: Das ist vollkommen unabhängig von den Möglichkeiten die jemand hat oder nicht hat.

29.01.17, 18:23:20: Katka: Nein eben nicht.

29.01.17, 18:23:29: Katka: Man hofft, weil man Erfahrungen hat.

29.01.17, 18:23:54: Katka: Und weiß, dass der Zustand schön ist und sich Hoffnungen erfüllen können.

29.01.17, 18:24:00: Katka: Sonst hofft man nicht.

29.01.17, 18:24:03: Matthias: Wenn dir viel Scheiße passiert ist, fällt es dir vielleicht schwerer oder ist es dir nicht mehr möglich, die Technik Hoffnung anzuwenden.

29.01.17, 18:24:27: Katka: Es ist ein Zustand,

29.01.17, 18:24:36: Katka: den du einnehmen kannst oder nicht mehr.

29.01.17, 18:24:49: Matthias: Ich hoffe, weil ich hoffen will und nicht, weil Hoffen Aufgabe wäre.

29.01.17, 18:25:53: Katka: Du hoffst, weil du noch kannst.

29.01.17, 18:26:08: Katka: Das hat wenig mit wollen zu tun.

29.01.17, 18:26:18: Matthias: Eben schon.

29.01.17, 18:26:41: Matthias: Ich habe durch kulturelle Arbeit gelernt, Hoffnung anzuwenden.

29.01.17, 18:27:18: Matthias: Und an Tagen, wo mein Kopf im Arsch ist,

29.01.17, 18:27:46: Katka: Kulturelle Arbeit nutzt dir einen Scheißdreck, wenn du von Faschos umgeben bist.

29.01.17, 18:27:52: Matthias: muss ich mich offensiv dazu entscheiden, Hoffnung zu verwenden, um mich gegen den Status quo zu stellen.

29.01.17, 18:28:19: Katka: Hoffnung können prinzipiell nur Menschen haben, die sich fürs Leben entscheiden.

29.01.17, 18:28:34: Matthias: Was hat das jetzt schon wieder mit Faschisten zu tun?

29.01.17, 18:28:51: Matthias: Kannst du nicht im Konzept bleiben?

29.01.17, 18:28:52: Katka: Ich glaube Hoffnung ist in extremen Situationen ein sehr rares Gut.

29.01.17, 18:29:09: Katka: Hoffen kann man nur, wenn es einem prinzipiell gut gehen kann.

29.01.17, 18:29:36: Matthias: Nein, find ich nicht.

29.01.17, 18:29:40: Katka: Jemand mit vielen Schmerzen wird wenig Hoffen,

29.01.17, 18:29:56: Matthias: Er wird es vielleicht nicht tun,

29.01.17, 18:30:15: Katka: weil Schmerz jeglichen guten Zustand untermauert.

29.01.17, 18:30:20: Matthias: aber du kannst immer hoffen in jeder Situation, wenn du einfach beschließt zu hoffen.

29.01.17, 18:30:35: Matthias: Hoffnung ist demnach kein Zustand.

29.01.17, 18:30:48: Matthias: Höchstens eine Haltung.

29.01.17, 18:31:03: Matthias: Hoffnung wird performed.

29.01.17, 18:31:56: Katka: Ich glaub das Hoffnung Bedingungen braucht.

29.01.17, 18:32:15: Katka: Hoffnung steht nicht an erster Stelle.

29.01.17, 18:32:29: Katka: Da müssen Grundbausteine gelegt sein.

29.01.17, 18:33:00: Matthias: Ich glaube, du verwechselst nicht hoffen können mit nicht hoffen wollen.

29.01.17, 18:34:30: Katka: Nein.

29.01.17, 18:34:50: Katka: Ich bin der Ansicht, dass Können von Faktoren abhängt.

29.01.17, 18:34:54: Matthias: Das Schöne an Hoffnung ist doch,

29.01.17, 18:35:01: Matthias: dass sie vollkommen irrational ist.

29.01.17, 18:35:10: Matthias: Und demnach unabhängig von Situation.

29.01.17, 18:36:17: Katka: Hoffnung sehe ich nicht als irrational.

29.01.17, 18:36:54: Katka: Wenn ich mich ins Bett lege und hoffe, dass ich gut und lange schlafe, dann ist das nichts Irrationales.

29.01.17, 18:37:30: Matthias: Aber du beschließt, zu hoffen, dass du gut schläfst.

29.01.17, 18:38:12: Matthias: Unabhängig davon, ob du weißt, wann du aufwachen musst.

zB 29.01.17, 18:38:51: Katka: Ich gehe nicht von Beschluss aus.

29.01.17, 18:39:08: Katka: Sondern von einem aufkommenden Gefühlszustand

29.01.17, 18:39:22: Katka: Ich beschließe maximal etwas rational,

29.01.17, 18:39:40: Katka: wie etwa um diese Uhrzeit einkaufen zu gehen.

29.01.17, 18:40:48: Katka: Bin mal Tee machen.

 

29.01.17, 18:48:02: Katka: Ich glaub wir machen einen Twitter Poll

29.01.17, 18:48:22: Katka: Ich will wissen, wie Menschen das Konzept Hoffnung sehen.

29.01.17, 20:18:41: Matthias: Ich finde das Begriffspaar Zustand und Akt ist am eindeutigsten

29.01.17, 20:19:19: Katka: ja.

30.01.17, 13:55:47: Katka: aber ich denke, dass du wissen sollst, dass mein Zugang nicht komplett irre ist und durchaus seine Berechtigung hat.

30.01.17, 13:56:49: Matthias: Dafür hast du eine Umfrage machen müssen?

30.01.17, 13:57:03: Katka: Unter anderem.

30.01.17, 13:57:28: Katka: Es wirkte nicht so, als dass du meinen Standpunkt in irgendeiner Weise legitimiert hättest sonst.

 

30.01.17, 13:58:12: Matthias: Wenn mehrere Leute einer angedichteten Norm zustimmen, macht es die Norm nicht weniger zur Norm.

30.01.17, 13:58:26: Matthias: Leute meinen, es sei ein Zustand, weil das schön wäre.

30.01.17, 13:58:55: Matthias: Das gäbe Ihnen absolute Kraft.

30.01.17, 13:59:07: Matthias: Und eine Ausrede, wenn sie keine Hoffnung mehr haben.

30.01.17, 13:59:28: Katka: Hoffnung könnte man immer als Ausrede sehen.

30.01.17, 13:59:44: Katka: Als Ausrede, Dinge zum Beispiel so zu sehen, wie sie wirklich sind.

30.01.17, 14:03:01: Matthias: Meiner Sichtweise nach eben nicht.

30.01.17, 14:03:12: Matthias: Weil, wenn du Hoffnung anwendest,

30.01.17, 14:03:37: Matthias: ist Hoffnung eine Reaktion auf etwas, dass du sehr wohl wahrnimmst.

30.01.17, 14:03:55: Katka: Aber dann als falsche Reaktion,

30.01.17, 14:04:00: Katka: wenn man es als Ausrede sieht.

30.01.17, 14:04:11: Katka: Wahrnehmung unterliegt ja auch Deutungsprozessen.

30.01.17, 14:04:42: Katka: Wenn man diese Prozesse falsch deutet, heißt das auch, dass womöglich Hoffnung egal in welcher Form,

30.01.17, 14:04:46: Katka: ob jetzt als eintretender Zustand

30.01.17, 14:04:51: Katka: oder als angewandte Reaktion,

30.01.17, 14:04:52: Katka: falsch sind.

30.01.17, 14:05:24: Matthias: Nein, Hoffnung kann nie falsch sein.

30.01.17, 14:05:33: Matthias: Weil sie nichts an Situationen ändert.

30.01.17, 14:05:44: Katka: Na eben doch.

30.01.17, 14:05:55: Katka: Ihre Betrachtungsweise wird massiv beeinflusst.

30.01.17, 14:06:04: Matthias: Es ändert nur deine Sichtweise auf eine Situation, aber nie die Situation selbst.

30.01.17, 14:06:57: Katka: Das leuchtet mir ja ein,

30.01.17, 14:07:34: Katka: dass sich die Situation nicht ändert

30.01.17, 14:07:42: Katka: und ich sagte das ja auch selbst

30.01.17, 14:07:46: Katka: dass es nur die Sichtweise ist,

30.01.17, 14:08:00: Katka: aber die Rückführung leuchtet mir nicht ein.

30.01.17, 14:08:08: Katka: Hoffnung kann halt schon auch falsch sein.

30.01.17, 14:08:21: Matthias: Aber demnach ist Hoffnung eine Praxis, die du aus verschiedenen Gründen anwenden kannst.

30.01.17, 14:08:44: Matthias: Aus Selbstschutz, aus Widerstand, aus Verleugnung …

30.01.17, 14:09:27: Matthias: Dieses „falsche Hoffnung machen“ ist ein dummes Idiom.

30.01.17, 14:09:44: Matthias: Weil Hoffnung was ganz anderes tut.

30.01.17, 14:09:52: Matthias: Hoffnung verspricht dir nichts.

30.01.17, 14:10:32: Matthias: Hoffnung ist deine Entscheidung, einen guten Ausgang zu erwarten.

30.01.17, 14:11:01: Matthias: Diese Entscheidung ändert dich und deine Wahrnehmung in dem Moment in dem du hoffst.

30.01.17, 14:11:30: Matthias: Aber ob dieser gute Ausgang dann Eintritt, ändert nichts an der Legitimität der Erwartung.

30.01.17, 14:14:17: Katka: ich gehe halt immer noch davon aus,

30.01.17, 14:14:23: Katka: dass man einen Zustand einnimmt

30.01.17, 14:14:24: Katka: oder eben nicht.

30.01.17, 14:14:37: Matthias: Siehst du

30.01.17, 14:14:39: Katka: Falsche Hoffnungen macht man sich auch nicht.

30.01.17, 14:14:44: Matthias: Du nimmst einen Zustand ein.

30.01.17, 14:14:46: Katka: Die werden einem vermittelt.

30.01.17, 14:14:51: Matthias: Du hast keinen Zustand.

30.01.17, 14:14:52: Katka: Das ist wieder ein Zustand, den man hat.

30.01.17, 14:15:08: Matthias: Hoffen ist das Einnehmen des Zustandes.

30.01.17, 14:15:21: Katka: Ja, eben nicht ganz.

30.01.17, 14:15:33: Katka: Hoffnung ist jetzt auch keine eigene Entscheidung,

30.01.17, 14:15:48: Katka: weil ich von einer Entscheidung erwarte, dass sie rational getroffen wird.

30.01.17, 14:15:57: Katka: Sonst gehe ich von einer Reaktion aus.

30.01.17, 14:16:02: Matthias: Ein Zustand Hoffnung würde einfach auftreten unmotiviert.

30.01.17, 14:16:16: Katka: Tut es ja auch.

30.01.17, 14:16:29: Katka: Ich entschließe mich ja nicht dazu: „Hm, heute gibt es Grund zur Hoffnung.“

30.01.17, 14:16:40: Matthias: Rationalität ist, denke ich, ein kapitalistisches Wertkriterium.

30.01.17, 14:17:02: Katka: Das wäre das nächste zum Diskutieren.

30.01.17, 14:17:25: Matthias: Du entschließt dich, vielleicht mittels Automatismus, zu hoffen.

30.01.17, 14:17:35: Matthias: Ob es Grund dafür gibt, ist egal.

30.01.17, 14:17:48: Matthias: Wenn es Grund dazu gäbe,

30.01.17, 14:17:56: Katka: Wenn ich dir zustimmen müsste,

30.01.17, 14:17:59: Matthias: könntest du ja kausale Erwartung haben.

30.01.17, 14:18:04: Katka: dann würde ich Hoffnung maximal als Reaktion wahrnehmen,

30.01.17, 14:18:11: Katka: aber nicht als eigenständige Entscheidung ohne Gründe,

30.01.17, 14:18:17: Matthias: Hoffnung ist etwas, das ohne Grund funktionieren muss.

30.01.17, 14:18:20: Katka: weil Entscheidungen immer Gründe mit sich ziehen.

30.01.17, 14:18:43: Katka: Selbst wenn es Emotionales betrifft.

30.01.17, 14:19:04: Matthias: Hoffnung ist eine Entscheidung, die auf einer gänzlich anderen Wahrnehmungsebene agiert als Gründe.

30.01.17, 14:19:25: Katka: Wenn ich beschließe, nicht mit dir zu reden, dann hat das den Grund dass ich womöglich wütend auf dich bin beispielsweise.

30.01.17, 14:19:48: Katka: Wo ordnest du Hoffnung ein?

 

30.01.17, 14:20:08: Matthias: Wir sollten diese Diskussion eigentlich rausschreiben.

 

30.01.17, 14:20:40: Matthias: Hoffnung ordne ich ein als fast schon gegenläufiges Prinzip.

30.01.17, 14:20:50: Katka: Ja aber in welche Kategorie?

30.01.17, 14:20:53: Katka: der Prinzipien?

30.01.17, 14:21:02: Katka: Für mich fällt es nämlich unter Emotionen.

30.01.17, 14:21:11: Katka: Und da glaub ich, dass wir nicht zusammenkommen.

30.01.17, 14:22:03: Matthias: Ich finde, Hoffnung ist eine Praxis und demnach unabhängig von den Kategorien.

30.01.17, 14:22:03: Katka:Für mich ist es nämlich in der gleichen Kategorie wie Begeisterung, Trauer, Wut, Zweifel.

30.01.17, 14:22:38: Matthias: Weil ich eine Methode der Wahrnehmung auf Emotionen genauso anwenden kann wie auf den Ausgang eines demokratischen Akts.

30.01.17, 14:23:05: Katka: Ja, aber du kannst doch Begeisterung nicht anwenden.

30.01.17, 14:23:08: Matthias: Für mich ist Hoffnung ein Werkzeug.

30.01.17, 14:23:20: Matthias: Hoffnung ist auch nicht Begeisterung.

30.01.17, 14:23:39: Matthias: Hoffnung kann Begeisterung hervorbringen.

30.01.17, 14:23:44: Katka: Deswegen geht mir dein Denken auch nicht in den Kopf rein.

30.01.17, 14:23:57: Katka: Hoffnung ist für mich keine Kategorie drüber,

30.01.17, 14:24:02: Katka: sondern auf gleicher Stufe

30.01.17, 14:24:07: Katka: wie etwas Begeisterung.

30.01.17, 14:24:16: Katka: Wenn, dann würde ich Liebe der Hoffnung vorordnen.

30.01.17, 14:24:37: Katka: Ohne diese wäre Hoffnung nicht möglich,

30.01.17, 14:24:51: Katka: Weil Hoffnung ja für mich bedingt, dass man gute Erfahrungen gemacht hat.

30.01.17, 14:25:07: Katka: Sonst entsteht sie ja gar nicht.

30.01.17, 14:25:41: Matthias: Das ist der Punkt, an dem ich nicht mitkann.

30.01.17, 14:26:00: Matthias: Hoffnung hat für mich nichts mit Rationalität zu tun.

30.01.17, 14:26:27: Matthias: Und ist deswegen völlig unabhängig von meinen Erfahrungen.

30.01.17, 14:26:45: Katka: Für mich hat Hoffnung auch wenig mit Rationalität zu tun.

30.01.17, 14:27:00: Katka: Ich würde gute Erfahrungen als Nährboden für Hoffnung sehen.

30.01.17, 14:27:06: Matthias: Aber wenn du sagst, dass du Vergleichswerte brauchst,

30.01.17, 14:27:19: Matthias: Dann ist Hoffnung für dich etwas Logisches?

30.01.17, 14:27:34: Katka: Nicht unbedingt.

30.01.17, 14:27:43: Katka: Um es in einer Metapher an dich heranzutragen:

30.01.17, 14:27:59: Katka: Du siehst eine Blumenwiese, die wunderschön ist.

30.01.17, 14:28:08: Katka: Die ist da, weil es einen guten Nährboden gibt.

30.01.17, 14:28:15: Katka: Etwas, worauf es wurzeln kann.

30.01.17, 14:28:26: Katka: Das ist Hoffnung für mich.

30.01.17, 14:28:38: Matthias: Um in der Metapher zu bleiben:

30.01.17, 14:29:01: Matthias: Für mich ist Hoffnung das Gießen der Blumen.

30.01.17, 14:29:15: Matthias: Nicht die Blumen selbst.

30.01.17, 14:29:31: Katka: Für mich ist Hoffnung nicht die Blume, sondern der Boden, der Blumen wachsen lässt.

30.01.17, 14:29:50: Katka: Du kannst nämlich Blumen gießen so viel du willst,

30.01.17, 14:29:56: Katka: wenn sie auf Beton stehen, werden sie nicht wachsen.

30.01.17, 15:08:18: Matthias: Aber der Hoffnung ist es doch auch scheißegal, ob die Blumen wachsen.

30.01.17, 15:08:25: Matthias: Hoffnung ist präzise:

30.01.17, 15:08:43: Matthias: Die Blumen zu gießen, egal ob sie wachsen oder nicht.

30.01.17, 15:09:26: Katka: Eh.

30.01.17, 15:09:38: Katka: Es ist nur verschwendet irgendwie.

30.01.17, 15:10:14: Matthias: Ja aber Verschwendung oder Nutzen ist keine Kategorie, in der Hoffnung agiert.

30.01.17, 15:11:18: Katka: Du weißt schon, was ich mein.

30.01.17, 15:11:35: Matthias: Ich weiß, wo du hinwillst, ja.

 

31.01.17, 17:01:34: Matthias: Ich überlege den ganzen Tag nach einer Form für den Dialog.

31.01.17, 17:03:24: Katka: Für welchen jetzt?

31.01.17, 17:06:10: Matthias: Das Ding mit der Hoffnung.

31.01.17, 17:10:43: Katka: Genauso

31.01.17, 17:10:49: Katka: Nur adaptiert.

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