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    <title>erstgewesen</title>
    <description>Das digitale basecamp von Autor und Dramaturg Matthias Kreitner.</description>
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    <pubDate>Sun, 01 Mar 2026 18:16:40 +0100</pubDate>
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        <title>Zwischentexte - Schaufensterlesung im Leerstand auf der Landstraße</title>
        <description>&lt;h2 id=&quot;zwischentexte---schaufensterlesung-im-leerstand-auf-der-landstraße&quot;&gt;Zwischentexte - Schaufensterlesung im Leerstand auf der Landstraße&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Am sehr kalten Tag vor Silvester, also zwischen den Jahren, habe ich im Rahmen der Leerstandsbespielung des Theaters in einem Schaufenster auf der Linzer Landstraße 31 gelesen. Es geht um das große Zwischen: zwischen Menschen, zwischen Orten, zwischen den Stühlen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dabei ging es quer durch die Jahre verschiedene Texte, ein-zwei Ikareen, Gedichte, aber auch ‘Lieber da’ und - auf gut Glück versucht - den Monolog ‘Ausschau’.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zu diesem Anlass habe ich einige Exemplare von ‘Möwentag. Ikareen’ zum Mitnehmen mitgehabt. In diesem kleinen Heft im schönen A6-Format finden sich auf 22 Seiten kurze Texte zum Fliegen im Fallen. Einige Passant*innen haben sich eins mitgenommen, was sehr schön und erfreulich war. Wer gerne eines hätte, meldet sich einfach bitte. Das Ganze ist auch irgendwo ein erster Startschuss für &lt;b&gt;die Umgebung&lt;/b&gt;, die noch im Entstehen ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;img style=&quot;width:45%;&quot; src=&quot;/assets/img/posts/moewentagzine.jpg&quot; /&gt; &lt;br /&gt;&lt;small&gt;&lt;i&gt;Möwentag. ikareen. kurze Texte zum Fliegen im Fallen&lt;/i&gt;, erschienen in der Umgebung, Nummer 0, 2025. 22 Seiten.&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;
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        <pubDate>Sun, 11 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
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        <title>Wenn der Mensch beginnt, wo die Hoffnung aufhört</title>
        <description>&lt;h2 id=&quot;wenn-der-mensch-beginnt-wo-die-hoffnung-aufhört&quot;&gt;Wenn der Mensch beginnt, wo die Hoffnung aufhört&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Ein Plädoyer&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Dieser Text enstand als Beitrag für das Programmheft zur Produktion “Die Nashörner” von Eugène Ionesco am Theater Phönix Linz. Premiere 18.09.2025.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;“Wir plauderten über dies und jenes auf der Terrasse des Cafés, mein Freund Jean und ich”, beginnt 1957 Eugène Ionescos originale Erzählung. Wir finden uns einen ersten Halbsatz lang in einer idyllischen Dorfnormalität wieder, bevor schon die zweite Hälfte dieses ersten Satzes das erste Nashorn durch die Kleinstadt galoppieren lässt und damit die scheinbar gewohnte Ruhe zerstört und eine potente Mischung aus Panik, Empörung und Verwirrung hinterlässt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;“Die Nashörner” lässt viele historische Inspirationen erahnen: Geschrieben vor dem Hintergrund des laufenden Algerienkriegs, war Ionesco nicht nur vom aufkochenden Nationalismus in Frankreich mit allen dazugehörigen rassistischen Ressentiments, sondern auch von den faschistischen Entwicklungen in seiner Heimat Rumänien beeinflusst. Die Uraufführung der Bühnenfassung zwei Jahre später in Düsseldorf wurde dann als Parabel auf das Mitläufertum im Nationalsozialismus gelesen. So zeigt sich, dass die absurde Geschichte von der Stadt, die immer mehr den Nashörnern gehört, und von Bérenger, der sich fast schon gegen sein eigenes Wünschen gegen die Verwandlung stemmen muss, ihre realgesellschaftliche Verankerung immer dort findet, wo sie rezipiert und gespielt wird. Sie taucht immer dort auf, wo die autoritären Methoden und faschistoiden Phrasen wieder Fahrt aufnehmen, dort, wo die Humanität bestimmter Menschen immer wieder offen in Frage gestellt wird. Die französische Kleinstadt ist überall.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wenn an einem späteren Punkt im Stück die Feuerwehrkaserne von Nashörnern überrannt und quasi gesprengt wird, ist dies ein klarer Kipppunkt: Unmissverständlich wird Bérenger klar, dass die Mehrheit Verwandlung gewählt hat, dass es eine Mehrheit gibt, welche das, was ihm als Wahnsinn gilt, nicht nur akzeptiert, sondern aktiv deckt und unterstützt. Wenn es an diesem Punkt auf der Bühne kracht, ist die viel zitierte Brandmauer endgültig gefallen, der Damm gebrochen und wir sind am Tiefpunkt angekommen, alles scheint offensichtlich verloren. Doch, und das ist vielleicht Ionescos wichtigster Kniff, eigentlich geht es hier erst los.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Denn Bérenger, zu Beginn als eine Art verkaterter Taugenichts abgewatscht, der Probleme damit hat, seine Gedanken deutlich zu machen, wenn sie auf Widerspruch treffen, wird - so scheint es - mit jeder Verwandlung einer ihm nahestehenden Person klarer in der Formulierung seiner Opposition und kann seinen Standpunkt - jenen des Widerstands komme, was wolle - mit Überzeugung einnehmen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Modus, der hier zutage kommt, ist, so scheint mir, das große Vermächtnis, das Eugène Ionesco uns mitgibt. &lt;strong&gt;Wo vermeintliche Ausweglosigkeit und zahlenmäßige Unterlegenheit als Ausrede für passive oder gar aktive Komplizenschaft herangezogen wird, macht er Bérenger zu einem unerwartet hell glühenden Symbol des unbedingt menschlichen Widerstandes.&lt;/strong&gt; Denn für uns alle kann gelten, was sich für ihn in den letzten Zeilen herauskristallisiert: Selbst Hoffnungslosigkeit kann, mit einiger innerer Anstrengung, der Katalysator sein, um aus ihr selbst hinauszutreten. So entsteht eine widerständige Form kollektiver Verantwortung aller Individuen gegen die moralische wie ideologische Fremdbestimmung jener Kräfte, die unser gemeinsames Menschsein ins Vergessene verbannen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;September 2025&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
</description>
        <pubDate>Sun, 09 Nov 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
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        <category>essay</category>
        
        
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      <item>
        <title>Das große Verstellspiel</title>
        <description>&lt;h2 id=&quot;das-große-verstellspiel&quot;&gt;Das große Verstellspiel&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Über gesellschaftliche Kontrakte und das performative Potential von Geheimnissen&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Dieser Text enstand als Beitrag für das Programmheft zur Produktion “Bunbury oder Die Bedeutung des Ernstseins” von Georg Büchner am Theater Phönix Linz. Premiere 30. April 2025.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Als Oscar Wilde seinen – wie sich herausstellen sollte – größten und theaterhistorisch nachhaltigsten Bühnenerfolg schrieb, konnte er in der Fundgrube seines eigenen unmittelbaren Lebens wahrlich aus dem Vollen schöpfen: Gerade war er in eine intensive Liebesbeziehung zu Lord Alfred Douglas verstrickt, die sein mit Bedacht konstruiertes, der Norm entsprechendes Familiendasein, welches im Auge der guten Gesellschaft wie ein Anker seines sonst so abweichenden Lebens fungierte, zunehmend bedrohte. Doch während ihm diese Affäre im echten Leben zum Verhängnis werden sollte, verstand es Wilde in der Kunst, aus der tragischen Notwendigkeit eines solchen Doppellebens – Ehe und Kinder an der Oberfläche, dahinter queere Beziehungen möglichst gut als bloße Freundschaften getarnt – eine Komödie herauszuschälen. Mit beißend genauem Blick auf die himmelschreiende Heuchelei einer Gesellschaft, die eine solche Notwendigkeit hervorbrachte, während so viel Unmoral 
sichtbar von allen akzeptiert wurde. 
Im Kern handelt das Stück „Bunbury“ vom tiefen Bedürfnis nach der Möglichkeit, sich selbst finden zu dürfen. Und genau darin liegt der Bunbury begraben, wie Algernon sagen würde. Denn wenn er seinen kränklichen Freund als Ausrede erfindet, macht er das, um sich ein klein wenig Luft im engen sozialen Korsett zu verschaffen. Was dadurch entsteht, sind mögliche Freiräume, die eine Klasse, die so viel Augenmerk auf das offen Dargebotene legt, plötzlich befähigt, Geheimnisse zu haben. Und diese Möglichkeit des Geheimnisses ist für sie vor allem eine Möglichkeit, sich selbst zu erproben. Damit machen die Mitglieder der guten Gesellschaft sich selbst heimlich zu Performer:innen und das Parkett zur alles umfassenden Probebühne, auf der die Selbstfindung und gewissenermaßen die Menschwerdung dieser jungen Leute, von denen sich der gute Ton vor allem schablonenartigen Gerhorsam und Fügung in die gerade geltenden Sitten erwartet, standfinden kann.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Doch das eigentlich größere Geheimnis als der Bunbury selbst dürfte die Tatsache sein, dass in diesem Stück jede und jeder einen persönlichen Bunbury hat. Denn er ist nicht nur ein geheimer Freiraum, der das Atmen ein bisschen leichter macht, er kann auch für eingefahrene Verhältnisse  ein ungemein gefährlicher Sprengstoff sein: eine Perspektive.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Oscar Wilde schrieb mit „Bunbury“ eine Satire seiner eigenen Umgebung. Doch das Besondere und das, was dem Stück bis heute das Potential zur Rebellion eingeschrieben hat, ist, dass er sich entschied, eine Komödie zu schreiben. Denn wenn man sich all das virtuose Verstellen, die waghalsigen Lügen und absurden Wunschvorstellungen genau ansieht, wird deutlich, dass in all der Strenge, mit der der soziale Kontrakt vollstreckt werden will, an so mancher Stelle ein erkennendes Augenzwinkern aufblitzt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es ist das große Verstellspiel und vielleicht, nur vielleicht, wissen eigentlich alle Bescheid. Und dann wird die konventionelle Verwechslungskomödie plötzlich zu etwas ganz anderem. Plötzlich zeigt uns der große Sprachkünstler eine kleine Utopie auf, einen Ausweg aus viktorianisch-puristischen Zwängen. „Es ist heutzutage nicht leicht, irgendetwas zu sein“, spricht Algernon die Not der gesamten Dramatis personae aus. Hier eröffnet sich eine Möglichkeit, neue Spielarten des Zusammenlebens auszuprobieren und so einen Weg zu sich selbst zu finden.&lt;/p&gt;
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        <pubDate>Sun, 13 Jul 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
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        <category>essay</category>
        
        
        <category>text</category>
        
      </item>
    
      <item>
        <title>Setzlinge für das Dorf</title>
        <description>&lt;h2 id=&quot;setzlinge-für-das-dorf&quot;&gt;Setzlinge für das Dorf&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Schritte ins Ankommen&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;https://erstgewesen.com/journal/2025/05/03/hoffnung-und-saatgut/&quot;&gt;Alle angesetzten Tomatensamen&lt;/a&gt; sind aufgegangen, heißt, wir hatten knapp 50 Setzlinge - aufgeteilt auf sechs verschiedene Sorten - anzubringen. Nachdem wir mit einigem Tetris nun von jeder Sorte eine Pflanze auf unserem Balkon untergebracht haben und einige an Verwandte und Freunde verteilt wurden, hatten wir immer noch 25 übrig.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein Aufruf/eine Einladung via Instagramstory hatte wenig Resonanz, also beschloß ich im Sinne des &lt;a href=&quot;https://erstgewesen.com/journal/2025/02/02/year-of-the-village/&quot;&gt;Year of the Village&lt;/a&gt; ein Tray mit Pflanzen und einem kleinen Schild im Stiegenhaus unseres Wohnhauses zu stellen und siehe da: Am Abend waren alle weg. Die 5 Pflanzen, die jetzt noch übrig sind, werde ich morgen auf einem Tray zur freien Entnahme vor der Haustür für die Nachbarschaft plazieren, mal sehen!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich freue mich auf jeden Fall sehr, dass dieses kleine Angebot an die Umgebung so angenommen wurde. Gemeinsam mit der Teilnahme an der Gruppenausstellung &lt;a href=&quot;https://erstgewesen.com/announcement/2025/06/08/texteausstellung/&quot;&gt;texte&lt;/a&gt; sind das zwei schöne Schritte in eine lokale Verankerung. Außerdem finde ich es aus einer solidarisch-anarchistisch-kommunalen Perspektive gut, die lokale Versorgung zu stärken und ein solches Teilen schrittweise zu verselbstständigen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Update: auch die restlichen Setzlinge, die wir vor die Haustüre gestellt haben, sind alle mitgenommen worden. Hurra!&lt;/p&gt;
</description>
        <pubDate>Sun, 15 Jun 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
        <link>https://www.erstgewesen.com//journal/2025/06/15/setzlingefuerdasdorf/</link>
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      <item>
        <title>Text bei Linzer Ausstellung</title>
        <description>&lt;h2 id=&quot;text-bei-linzer-ausstellung&quot;&gt;Text bei Linzer Ausstellung&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich freue mich sehr, dass mein Gedicht &lt;strong&gt;concerning ballistics&lt;/strong&gt; von 20.-22. Juni im DH5 als Teil der Ausstellung &lt;em&gt;Texte&lt;/em&gt;, einer Gruppenausstellung für Sprachhandlungen, zu sehen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Text hat über manche Ecken gewissen Manifestcharakter und ist mir daher sehr nah, kam aber außerhalb &lt;a href=&quot;https://erstgewesen.com/journal/2024/05/09/termin-die-dringende-suche-nach-der-kernfusion-eine-lesung-mit-matthias-kreitner-und-chili-tomasson-samstag-11-05-24-linz/&quot;&gt;meiner Lesung mit Chili Tomasson&lt;/a&gt; noch nicht ans Tageslicht. Deshalb umso cooler, dass er jetzt so, quasi an die Wand genagelt, dabei sein kann.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Vernissage war gut besucht und es waren sehr interessante objektgewordene Texte dabei. Beim Abholen der Rahmen habe ich gehört, dass mehrere Besucher:innen meinen Text als ihr Lieblingsausstellungsstück benannt haben. (: Insgesamt sehr cool, ein Teil dieser Ausstellung gewesen zu sein.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Update: 23. Juni 2025&lt;/p&gt;
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        <pubDate>Sun, 08 Jun 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
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      </item>
    
      <item>
        <title>Hoffnung Und Saatgut</title>
        <description>&lt;h2 id=&quot;hoffnung-und-saatgut&quot;&gt;Hoffnung Und Saatgut&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit dem Umzug habe ich wieder das Glück eines Südwestbalkons im vierten Stock. Dementsprechend habe ich die Hoffnung, den Gemüseanbau zuhause wieder ähnlich wie in Wien größer angehen zu können.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Begonnen hat die Vorbereitung nun mit Tomaten: Heuer haben wir sechs verschiedene Sorten angesät. Nachdem wir schon letztes Jahr genug erfolgreiche Pflanzen ziehen konnten, um einige unserer Freunde und Verwandten mit Tomatensetzlingen zu versorgen, wollen wir es hier dieses Jahr ähnlich angehen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Weiters möchte ich auf jeden Fall möglichst viele Kräuter, für Küche sowie vielleicht auch für Salben &amp;amp; Tinkturen etc anbauen. Auch die “einfachen” Basics wie Salat, Spinat werden bestimmt Platz finden. Ansonsten wird es vermutlich eine Platzfrage sein.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mögliche weitere Dinge:&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;
  &lt;li&gt;Fisolen/Kaiserschoten&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;Karotten&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;Pakchoy&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;Brunnenkresse&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;Kartoffeln&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;Zucchini&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;Gurke&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;Kürbis&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Ich bin sehr vorfreudig darauf, dass unser durchaus anschaulicher Balkon fürs Gemüse so vorteilhaft ausgerichtet ist. Noch ist die Wohnung noch sehr chaotisch und voll von Umzugskartons, aber in manchen Momenten versuche ich, Balkonbeete zu entwerfen und sinnvoll anzuordnen, damit es bald in großem Stile am kleinen Balkon losgehen kann. Auch wenn noch einiges an Saatgut der letzten Jahre da ist, freue ich mich auf den Pflanzenmarkt im Linzer Botanischen Garten, ob denn noch die eine oder andere Rarität dazukommen könnte.&lt;/p&gt;
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        <pubDate>Sat, 03 May 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
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      <item>
        <title>Year of the Village</title>
        <description>&lt;h2 id=&quot;year-of-the-village&quot;&gt;Year of the Village&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Village&lt;/strong&gt; im Sinne von meinem Dorf, im Sinne von Verbindungen zu Menschen und im Sinne von zwischenmenschlichen wie persönlichen Routinen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich bin das Dorf oder ich bin ein Bewohner des Dorfes. Dementsprechend weniger &lt;em&gt;globales Dorf&lt;/em&gt; als &lt;em&gt;Kollektivwerdung des Individuums&lt;/em&gt;. Und mit diesem kollektiv gedachten Selbst der Aufbau von Schnittstellen, die möglichst andockfähig sein und bleiben sollen.&lt;/p&gt;

&lt;blockquote&gt;
  &lt;blockquote&gt;
    &lt;p&gt;Verschluss- und Öffnungsmechanismen sind also in mindestens demselben Grade konstituierend als Existenzbedingung wie als Schutzmaßnahme und treten auch als integraler Teil der Funktionsweisen eines Kollektivs auf. Spannenderweise ist es gerade dieser duale Mechanismus, welcher dem performativen Kollektiv eine seiner funktional- strukturellen Besonderheiten verleiht. Diese beinhaltet nun mehrere Schritte: Zunächst muss davon ausgegangen werden, dass das Kollektiv als Körpereinheit nur dann auftreten und wirken kann, wenn es sich seines Wirkungsraumes und damit seiner Einflussgrenzen bewusst ist; das Kollektiv braucht ein Bewusstsein von Selbst, ein Körperbewusstsein. Dieses Erkennen und immerfort Wiederbestimmen der eigenen Grenzen wird von einem geregelten Procedere im Umgang mit dem Außen bewerkstelligt.&lt;/p&gt;
  &lt;/blockquote&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;p&gt;&lt;small&gt;aus meiner Masterarbeit &lt;i&gt;Das offensiv Unfertige. Unabgeschlossene Aufführungssituationen und Demokratisierungseffekte performativer Arbeit&lt;/i&gt;, 2018.&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die persönlichen, mich und mein Arbeiten betreffende Routinen wollen quasi unterfüttert werden mit sozialen Routinen und Kollektivstrukturen, die einerseits als unterstützender Agens, andererseits auch als sozialer conctract sanfte Abhängigkeit und damit Verpflichtungen einführen in das System.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ausblicke auf Dinge, die dieses Jahr dahingehend passieren werden:&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;
  &lt;li&gt;Umzug in eine Gegend, in der mehrere befreundete Menschen in unmittelbarer Nähe leben.&lt;/li&gt;
  &lt;li&gt;Arbeit an der Formierung eines Kunstkollektivs, das als eine Art Produktions- und Arbeitsumgebung fungieren soll.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;
</description>
        <pubDate>Sun, 02 Feb 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
        <link>https://www.erstgewesen.com//journal/2025/02/02/year-of-the-village/</link>
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      </item>
    
      <item>
        <title>Uraufführung von BIG BOX am Theater Phönix Linz am 20.02.2025</title>
        <description>&lt;h2 id=&quot;uraufführung-von-big-box-am-theater-phönix-linz-am-20022025&quot;&gt;Uraufführung von BIG BOX am Theater Phönix Linz am 20.02.2025&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;im Rahmen von &lt;strong&gt;Eigentlich fehlt uns nur noch … was uns halt noch fehlt&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nachdem letzte Woche Probenstart war, freue ich mich sehr, dass kommenden Februar mein aktuelles Stück &lt;strong&gt;BIG BOX&lt;/strong&gt; gemeinsam mit Stücken von Eleonore Belasi, Arad Dabiri und Alexandra Pazgu &lt;a href=&quot;https://www.theater-phoenix.at/stueck/eigentlich-fehlt-uns-nur-noch-was-uns-halt-noch-fehlt&quot;&gt;Uraufführung am Phönix&lt;/a&gt; feiert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In &lt;strong&gt;BIG BOX&lt;/strong&gt; treffen wir auf das Überforderte, das konfrontiert mit einem riesigen Supermarkt und seiner scheinbar endlosen Auswahl einen inneren Kampf mit sich ausfechten muss.&lt;/p&gt;

</description>
        <pubDate>Tue, 24 Dec 2024 00:00:00 +0100</pubDate>
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        <title>wip</title>
        <description>&lt;div class=&quot;w3-hide-large w3-hide-medium&quot; style=&quot;&quot;&gt;

 wip 
 
 &lt;br /&gt;

story

&lt;br /&gt;

&lt;small&gt;gepostet auch auf &lt;a href=&quot;https://www.instagram.com/stories/highlights/18016427153288868/&quot;&gt;instagram&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;

&lt;/div&gt;

&lt;p&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;div class=&quot;photogallery w3-content  w3-left&quot; style=&quot;width:&quot;&gt;
  &lt;img class=&quot;&quot; src=&quot;/assets/img/rhizome/2024-10/wip10-13.jpg&quot; style=&quot;width:100%&quot; /&gt;
&lt;/div&gt;

&lt;p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;

</description>
        <pubDate>Sun, 13 Oct 2024 00:00:00 +0200</pubDate>
        <link>https://www.erstgewesen.com//rhizome/2024/10/13/story-wip/</link>
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      <item>
        <title>Der Taschenkalender et moi</title>
        <description>&lt;h2 id=&quot;der-taschenkalender-et-moi&quot;&gt;Der Taschenkalender et moi&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Halbgedachte Gedanken zur Loyalität zu Dingen und einem Problem mit Marktlogik&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Vor ein paar Tagen ist mein Hobonichi Techo für das kommende Jahr 2025 gekommen. Ja, ich bestelle jedes Jahr einen Taschenkalender aus Japan. Und ich weiß, wie absurd das klingt. Aber das Ausjapanbestellen ist ein unglücklicher Umstand, ich bestelle nicht einfach irgendeinen Taschenkalender aus Japan, ich bestelle jedes Jahr denselben Taschenkalender, aus Japan. Wenn ich ihn auf kürzerem Postweg bekommen würde, würde ich das vorziehen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;2025 ist, wenn ich mich nicht verzähle, mein fünftes Jahr mit dem Techo. Davor bin ich ein paar Jahre eher schlecht als recht mit einem A5 Kalender á la Moleskine oder Leuchtturm herumgerannt und davor hatte ich den leider nicht mehr existenten Kalender von Reclam.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Man sieht, ich neige zu Loyalität, nicht nur, was meinen Kalender betrifft, sondern auch bei Notizbüchern, Füllfedern und bestimmt einigen anderen Dingen. Von außen betrachtet, ist das vor allem als Markenloyalität zu lesen, aber innen drinnen ist es - so glaube ich - wirklich eine Loyalität diesen spezifischen Dingen gegenüber.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Manchmal fordere ich mich, wenn ich wieder darüber nachdenke (beispielsweise, wenn ich gerade wieder mehr Zoll für meinen Kalender bezahlt habe, als er eigentlich gekostet hat), heraus, mir selbst zu erklären, wie das mit einem grundsätzlichen Antikapitalismus zusammengeht. Was es natürlich nicht tut, zumindest nicht hundertprozentig. Aus marktkritischer Perspektive müsste mir natürlich egal sein, in welches Heft ich meine Termine schreibe, Hauptsache sie sind wieder auffindbar. Aber aus derselben marktkritischen Perspektive entfernt mich meine Loyalität gewissermaßen auch aus den Prinzipien des immer nächsten &lt;strong&gt;hot shit&lt;/strong&gt;. Wenn jede*r immer denselben Kalender kaufen würde, würden die einschlägigen Firmen vielleicht nicht Jahr für Jahr neue Varianten ohne große funktionale Unterschiede herausgeben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Meine kapitalismuskritische Haltung ermöglicht mir auch immer noch Präferenzen, ästhetischer Natur, aber noch viel mehr praktischer Natur: Nicht jede*r verwendet Kalender in derselben Art, dementsprechend haben verschiedene Layouts, Formate u.ä. auch in einer vom Markt entkoppelten Logik ihre Berechtigung.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Soweit, so ambivalent. Dann wäre da noch der Gedanke, dass eine Welt post marktinhärenter &lt;em&gt;Trash-Maschinerie&lt;/em&gt; “gutes” Handwerk braucht und wertschätzen sollte. Nun ist “gutes” Handwerk derzeit aufgrund von Marktlogik und Produktionsbedingungen teuer und in vielen Fällen für viele unleistbar ist. Ein gutes Paar Schuhe ist teuer, hält aber länger, während leistbare Schuhe oft ersetzt werden müssen und auf Dauer teurer kommen. Alter Hut.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Gedanke ist nicht zu Ende gedacht. Vielleicht wächst etwas daraus.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;small&gt;&lt;em&gt;Zuletzt aktualisiert am 10.10.2024&lt;/em&gt;&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;
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        <pubDate>Thu, 10 Oct 2024 00:00:00 +0200</pubDate>
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